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    Babys und Personal in einem Krankenhaus von Belgrad, 1999 (Bild aus dem Archiv)

    Nato-Raketen auf Belgrader Geburtsstation: Wie 48 Mütter mit Babys gerettet wurden

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    Das Personal der Klinik im Zentrum von Belgrad, die im Mai 1999 von Nato-Flugzeugen angegriffen wurde, hat damals 48 Wöchnerinnen samt Babys gerettet. Darüber berichtete die Krankenschwester Elena Savić, Teilnehmerin dieser Ereignisse, im Gespräch mit Sputnik. Sie ist auch heute noch in der Klinik tätig.

    Die Nato-Fliegerkräfte hatten nach Mitternacht am 20. Mai Marschflugkörper gegen die Klinik „Dr Dragiša Mišović“ abgefeuert. Bei dem Angriff wurden drei Patienten der Abteilung Neurologie getötet sowie sieben Gardisten, die sich in LKWs in der Nähe des Krankenhauses befanden. Weitere vier Soldaten erlitten schwere Verletzungen. Der Luftschlag war besonders gefährlich für die Abteilung Gynäkologie, in der sich Schwangere und Wöchnerinnen sowie Personalangehörige aufhielten.

    „Freilich hatten wir einen Angriff für möglich gehalten (…). Aber das Krankenhaus arbeitete routinemäßig. An dem Tag, als das Bombardement erfolgte, hatten wir sehr viel zu tun – in unserer Dienstschicht mussten 48 Wöchnerinnen versorgt werden“, so Savić.

    Zehn Minuten vor dem Raketenschlag sei ein Kaiserschnitt vorgenommen worden, sagte sie. Durch eine Detonationswelle wurde ihre Kollegin aus dem Operationsraum und sie selbst aus dem Nebenzimmer in den Flur getrieben. Die beiden Frauen eilten in die Intensivstation, wo sich in dieser Zeit eine Kollegin und fünf operierte Patientinnen befanden. Es habe weder Schreie noch Panik gegeben, erinnert sich die Krankenschwester. „Selbstverständlich machten sich die Mütter Sorgen um ihre Kinder. Als ihnen mitgeteilt wurde, dass die Kinder in Ordnung sind, beruhigten sie sich.“

    Als erste seien die Kinder und dann ihre Mütter in Sicherheit gebracht worden, so Savić weiter. Nach ihren Worten wurde das Gebäude innerhalb von 20 bis 30 Minuten evakuiert. Man habe auf einen weiteren Schlag gewartet.

    Die Militäropeation gegen Jugoslawien: Die Geschichte des Konflikts >>

    „Meine Kollegen hatten Kleinschnitte und Verletzungen durch Glassplitter bekommen. Wir wurden in der Chirurgie-Abteilung untersucht, nachdem die Frauen und die Kinder an einen anderen Ort gebracht worden waren“, so die Krankenschwester.

    Am 24. März 1999 hatte die Nato unter Umgehung des UN-Sicherheitsrates Bombenangriffe auf Jugoslawien gestartet, die bis zum 10. Juni andauerten. Nach verschiedenen Angaben kamen dabei rund 2500 Jugoslawen ums Leben.

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    Tags:
    Raketenangriff, Raketen, NATO, Belgrad, Jugoslawien, Kosovo, Serbien