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03:01 23 Juli 2019
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    Russlands Hilfsgüter für Jugoslawien (Archiv)

    Unter den Nato-Bomben: Details einer einmaligen Hilfsaktion für Jugoslawien

    © AP Photo / Tibor Olah
    Politik
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    Gleich nach Beginn der Nato-Luftangriffe auf Jugoslawien 1999 wurde eine umfassende humanitäre Operation gestartet. In deren Rahmen haben russische Retter als Erste notwendige Hilfsgüter für die Zivilbevölkerung des Landes geliefert, sagte Juri Braschnikow, damals führendes Mitglied der internationalen Hilfs-Koalition „Focus“, gegenüber Sputnik.

    Die Nato-Luftwaffe begann am 24. März 1999, jugoslawisches Territorium zu bombardieren. Die Militäroperation erfolgte in Umgehung des UN-Sicherheitsrates. Als Begründung wurde angegeben, dass die Behörden der Bundesrepublik Jugoslawien ethnische Säuberungen im Kosovo durchgeführt und dort eine humanitäre Katastrophe provoziert hätten.

    Bei den Nato-Bombardierungen wurden Geschosse aus abgereichertem Uran sowie Kassetten- und Sprengbomben eingesetzt. Viele davon liegen immer noch im Boden.

    Zur humanitären Unterstützung der Opfer des Konflikts in Jugoslawien haben Russland, Griechenland und die Schweiz die internationale Koalition „Focus“ gebildet, der sich etwas später Österreich anschloss.

    Das Hilfsprogramm dauerte knapp ein Jahr – von Ende April 1999 bis ins Frühjahr 2000. In diesem Zeitraum wurden trotz Widerstand einer Reihe von Nato-Ländern faktisch unter Luftangriffen Tausende Tonnen humanitäre Hilfsgüter, darunter Zelte, Schlafsäcke, Medikamente, Lebensmittel und sonstige lebensnotwendige Güter nach Jugoslawien befördert.

    Laut Braschnikow waren bereits am 12. Mai zwei Kfz-Transportgruppen und ein mobiles Krankenhaus aus Russland in Belgrad eingetroffen. Der erste humanitäre Hilfskonvoi kam am 15. Mai nach Serbien. Im Zeitraum von Mai bis November 1999 wurden mehr als 1.650 Tonnen humanitäre Hilfsgüter nach Serbien geliefert, darunter 800 Tonnen in den Kosovo.

    Die Hilfsgüter seien unabhängig von der ethnischen bzw. religiösen Zugehörigkeit der Betroffenen verteilt worden, so Braschnikow. Ihm zufolge wurde die Versorgung der Hilfsbedürftigen dadurch erschwert, dass die Nato ihre Bombardements, die die Güterlieferungen behinderten, nicht unterbrechen wollte.

    Der Nato-Operation sind vor allem Zivilisten zum Opfer gefallen. Während der Luftangriffe, die 78 Tage dauerten, sind nach unterschiedlichen Angaben 2500 bis 3500 Menschen, darunter 89 Kinder, ums Leben gekommen. 12.500 Menschen wurden verletzt. Darüber hinaus wurden 1031 Soldaten und Polizisten getötet und weitere mehr als 5000 verletzt.

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    Tags:
    NATO, Jugoslawien