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23:01 15 Juli 2019
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    Falsche Freundin, falscher Wohnsitz: SPD lässt Mogel-Kandidaten fallen

    © AP Photo / Markus Schreiber
    Politik
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    Knapp zwei Monate vor der Europawahl steht die SPD in Brandenburg ohne Spitzenkandidaten da. Simon Vaut sollte für die Sozialdemokraten das Rennen machen. Aber er log in seiner Biographie so heftig, dass die Partei ihn nicht mehr unterstützt.

    Nach übereinstimmenden Medienberichten hatte der Spitzenmann behauptet, er sei mit seiner Freundin nach Brandenburg an der Havel gezogen. Das war offenbar gelogen. Stattdessen wohnte Vaut wohl die ganze Zeit in Berlin – und zwar ohne diese Frau. 

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    Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) sagte dem RBB: "Ich bin persönlich enttäuscht. Wenn die Vorwürfe zutreffen sollten, wovon ich zum jetzigen Zeitpunkt ausgehen muss, dann erwarte ich, dass er, sollte er ein Mandat erreichen, auf dieses Mandat verzichtet."

    Zurücktreten kann der Kandidat nicht

    Auch andere fordern Konsequenzen: „Die SPD Brandenburg wird für Simon Vaut ab sofort keinen Wahlkampf mehr machen”, wird Brandenburgs SPD-Generalsekretär Erik Stohn im Nordkurier zitiert. „Er ist aufgefordert, alle Termine abzusagen.” Auch Wahlplakate mit ihm werde es nicht mehr geben, hieß es.

    Jetzt ist Vaut am Zug. Er soll dem SPD-Landesverband zufolge bereits zugesagt haben, eine Verzichtserklärung abzugeben. Seine Kandidatur könne Vaut zum jetzigen Zeitpunkt nicht niederlegen, da ein Bewerber nach dem Europawahlgesetz nur von der Bundesliste gestrichen werden kann, wenn er stirbt oder die Wählbarkeit verliert. Dies sei bei Vaut nicht der Fall, da er mit seinen falschen Angaben keine Gesetze verletzt habe, so die Brandenburger SPD. Zudem war es für seine Kandidatur offenbar keine Voraussetzung, in Brandenburg zu leben. 

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    Tags:
    Rücktritt, Lüge, Kandidat, EU-Wahlen 2019, EU-Kommission, EU-Parlament, EU, SPD, Deutschland, Brandenburg