04:28 15 November 2019
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    NSA-Hauptquartier, Fort Meade, MD.

    Der größte Diebstahl von Geheimdokumenten: Ex-NSA-Mitarbeiter bekennt sich schuldig

    © AP Photo / Patrick Semansky
    Politik
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    Der ehemalige NSA-Mitarbeiter Harold Martin, der einst mehr Geheimdokumente als ebenfalls Ex-NSA-Mitarbeiter Edward Snowden gestohlen haben soll, hat sich des Diebstahls und der Aufbewahrung eines vertraulichen NSA-Dokuments schuldig bekannt. Darüber berichtet der US-amerikanischer Sender NBC News.

    Demnach soll Harold Martin bei den Gerichtsverhandlungen in Baltimore (US-Bundesstaat Maryland) seine Schuld hinsichtlich eines Anklagepunktes, und zwar eines einzigen Dokuments, eingestanden haben. Dabei soll es sich um das Papier über ein „Briefing der NSA-Führung vom März des Jahres 2014 handeln, bei dem die Entwicklung und die Zukunftspläne einer der NSA-Abteilungen beschrieben werden“.  

    Als Gegenleistung für diesen Deal sei Martin von den 19 weiteren ähnlichen Anklagen freigesprochen worden.

    Die Urteilsverkündung sei für den 17. Juli geplant, heißt es im Artikel. Sowohl die Anwälte als auch die Staatsanwaltschaft würden einstimmig für neun Jahre Gefängnis für Martin plädieren. Dabei werde erwartet, dass die 2,5 Jahre Untersuchungshaft auf die Haftstrafe angerechnet werden.

    Das FBI hatte Martin laut Medienberichten im Jahr 2016 festgenommen und Tausende Seiten von Dokumenten beschlagnahmt, die teilweise von der US-Regierung als „geheim“ und „streng geheim“ klassifiziert worden waren. Es seien mehr Geheimdokumente gewesen, als der ehemalige NSA-Mitarbeiter Edward Snowden gestohlen hatte.

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    Bei einem Diebstahl solcher Dokumente hätte laut dem Gericht eine Gefahr für die nationale Sicherheit bestanden, da die Daten an die Öffentlichkeit gelangen könnten. Die Akten hätte Martin offenbar in seinem Auto und einem Schuppen im Garten gelagert. Außerdem hätten die Beamten etwa 50 Terabyte an Daten auf mehreren Computern und Speichermedien gefunden.

    Was Martin wirklich mit den Geheimdokumenten, die er im Laufe von 23 Jahren seiner NSA-Tätigkeit gesammelt hatte, anfangen wollte, sei bisher noch immer unklar. Er sei zwar für den Diebstahl und den Besitz der Dokumente angeklagt worden, allerdings nicht dafür, die Daten weitergegeben oder verkauft zu haben. Bislang gebe es somit keine Anzeichen dafür, dass er wie Whistleblower Edward Snowden die geheimen Informationen veröffentlichen wollte.

    Auch die Anwälte des Angeklagten hätten immer wieder betont, dass ihr Mandant kein Whistleblower sei. Bei den Gerichtsverhandlungen am 28. März gaben sie bekannt, dass dessen Handlungen „das Ergebnis einer psychischen Erkrankung und nicht eines Verrats waren“.

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    Tags:
    Geheimdokumente, NSA, FBI, Edward Snowden, Baltimore, USA