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    Übung der russischen Spezialkräfte in der Arktis (Archivbild)

    Russland am Nordpol bald nicht mehr allein – National Interest

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    Politik
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    Russland will seine wirtschaftliche und militärische Kontrolle über die sich rasch erwärmende Arktis verstärken. Darüber schreibt das US-Magazin „National Interest“. Die Vereinigten Staaten melden jedoch ebenfalls ihre Rechte auf diese Region an.

    Washington beabsichtige, innerhalb von zehn Jahren eine Eisbrecherflotte aufzubauen und dafür eine halbe Milliarde Dollar auszugeben. Das bedeute vor allem, dass Russland am Nordpol nicht mehr allein sein werde, so die Zeitschrift.

    Gegenwärtig erbringe die Arktis etwa 15 Prozent des russischen BIP. Mitte März habe das russische Ministerium für Naturressourcen und Umwelt einen umfassenden Plan zur Entwicklung der Arktis vorgelegt.

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    Laut den Experten aus dem Institut für Kriegsforschung in Washington Nataliya Bugayova, Alexander Begey und Darina Regio „umfasst dieser Plan mehr als 100 Projekte, die auf die Entwicklung, Erforschung und Verarbeitung der Bodenschätze der Region in jener Zeit abzielen, wenn das polare Eis allmählich schmilzt“.

    „Außerdem baut der Kreml sein militärisches Potenzial im hohen Norden weiter aus“, betonen die Experten.

    Das Ziel Moskaus bestehe vor allem darin, einen ungehinderten Zugang zu wirtschaftlichen Ressourcen jenseits des Polarkreises sowie entlang des Nördlichen Seeweges zu haben.

    Dem Kommandeur der Nordflotte Russlands, Admiral Nikolaj Ewmenow, zufolge, werden die russischen Streitkräfte bald den Bau eines neuen Militärflugplatzes in der Siedlung Tiksi außerhalb des Polarkreises beenden.

    In den letzten Jahren habe Russland seine militärische Präsenz in der Region ausgebaut, indem es neue militärische Anlagen zur Ergänzung seiner mächtigen Eisbrecherflotte geschaffen sowie Luft- und Schiffsabwehrkomplexe eingesetzt habe.

    Neben Russland seien aber auch die Vereinigten Staaten an einer Entwicklung der arktischen Region interessiert.

    Im Januar habe der US-Kongress die Bereitstellung von 655 Millionen US-Dollar für den seit den letzten 43 Jahren ersten neuen Eisbrecher für die US-Küstenwache gebilligt.

    Anfang 2019 verfügte die US-Küstenwache nur über die „Polar Star“, einen 120 Meter langen Eisbrecher, der 1976 in Betrieb genommen wurde, und die „Healy“, einen 128 Meter langen Eisbrecher, der seit 1999 in Betrieb ist.

    Der „Polar Star“ ist in der Lage, eine  bis zu 6,5 Meter dicke Eisdecke zu durchbrechen, während die „Healy“  nur eine bis zu 1,4 Meter dicke Eisdecke bezwingen könne.

    Beide US-amerikanische Eisbrecher können theoretisch an beiden Polen eingesetzt werden. In den letzten Jahren verbrachte die „Healy“ aber die meiste Zeit in arktischen Gewässern, während die „Polar Star“ hauptsächlich in der Antarktis eingesetzt wurde.

    „Obwohl die ‚Healy’ eine Reihe von Aufgaben erfüllen kann, kann sie unter den Eisverhältnissen der Antarktis nicht alleine eingesetzt werden und einen zeitnahen Zugang zu einigen Gebieten der Arktis im Winter gewährleisten“, erklärte das US-Kontrollministerium in seinem Bericht vom September 2018.

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    Mit dem Bau von zwei neuen Eisbrechern werde gerade begonnen, so das Magazin.

    „Der Kongress ist der Ansicht, dass die US-Küstenwache im Geschäftsjahr 2029 über mindestens sechs Eisbrecher der Polar-Klasse verfügen sollte“, heißt es im US-Verteidigungsgesetz von 2019.

    Die neuen Investitionen Amerikas in die eigenen Eisbrecher bedeuten jedoch, dass Russland am Nordpol nicht mehr allein sein werde.

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    Tags:
    Eisbrecher, Entwicklung, BIP, Nordpol, USA, Russland