17:56 22 Oktober 2020
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    Kinder des ermordeten saudi-arabischen Journalisten Dschamal Chaschukdschi (Jamal Khashoggi) erhalten nun von der saudischen Staatsführung fünfstellige Zahlungen sowie Luxusvillen als Entschädigung für „die Ungerechtigkeit“. Darüber berichtet „The Washington Post“ am Dienstag.

    Jedes der vier Kinder Chaschukdschis hat laut der Zeitung ein Haus in der saudi-arabischen Küstenstadt Dschidda im Wert von bis zu vier Millionen Dollar (etwa 3,6 Millionen Euro) bekommen. Die zwei Söhne und zwei Töchter würden zudem monatlich mindestens 10.000 Dollar erhalten. 

    Damit solle sichergestellt werden, dass die Kinder sich weiterhin mit öffentlichen Äußerungen zu der Ermordung ihres Vaters zurückhalten, hieß es. Nach dem Ende des Gerichtsprozesses zum Mord des Journalisten und der Urteilsfällung können die Kinder noch mehr Kompensation erhalten. Diese könne bis zu zehn Millionen US-Dollar für jeden umfassen, hieß es weiter. 

    Im Beitrag wird hervorgehoben, dass Chaschukdschis Kinder nach der Ermordung ihres Vaters monatelang keine Kritik an der saudi-arabischen Regierung geübt hätten. Wie der Zeitung ein nicht genannter Sprecher mitteilte, soll König Salman noch Ende 2018 die Zahlungen an die Familie gebilligt haben – da es „es zu einer großen Ungerechtigkeit gekommen war“.

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    Ein saudi-arabischer Beamter bestreitet jedoch, dass die Entschädigung darauf abzielt, die Kinder zum Schweigen zu bringen. Es handle sich um eine übliche Tradition, um die Opfer von Verbrechen zu unterstützen. „Diese Unterstützung ist Teil unserer Bräuche und unserer Kultur. Sie hat keine Verbindung zu etwas anderem“, zitiert die Zeitung den Beamten. 

    Chaschukdschi, Mitarbeiter der US-Zeitung „Washington Post“, wurde am 2. Oktober 2018 im saudischen Konsulat in Istanbul ermordet. Türkische und saudische Behörden ermitteln zu dem Fall, die Leiche ist nach wie vor abgängig. Einige Medien bringen den Mord mit dem Kronprinzen Mohammed bin Salman in Zusammenhang.

     

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    Tags:
    Opfer, Kinder, Entschädigung, Schweigegeld, Journalist, Mord, Salman Abdul Asis al-Saud, Dschamal Chaschukdschi, Türkei, Saudi-Arabien