22:17 19 April 2019
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    Raketenkomplexe S-400 während Paradeprobe zum Siegestag in Moskau

    Wegen S-400-Kaufs: Russlands Außenministerium wirft Washington Druck auf Ankara vor

    © Sputnik / Ramil Sitdikow
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    Der russische Vizeaußenminister Alexander Gruschko hat den Rüstungsstreit zwischen den USA und der Türkei sowie die aktuelle Situation um den INF-Vertrag gegenüber Journalisten kommentiert.

    Gruschko äußerte sich am Donnerstag wie folgt zu aktuellen Themen:

    Nato oder S-400?

    „Es ist gut bekannt, dass die USA bei der Wahl von Druckmitteln für Verbündete in allen Fragen nicht sehr zimperlich sind“, kommentierte Gruschko die jüngsten Aussagen des amerikanischen Vizepräsidenten, Mike Pence, wonach der S-400-Kauf seitens der Türkei in Washington zu ernsthaften Bedenken führe und Ankara eine Entscheidung treffen solle.

    „Welches Gas soll man kaufen und bei wem, mit wem soll man befreundet sein und mit wem nicht, gegen wen soll man Sanktionen verhängen, wie und für wen soll man stimmen“ usw. – Washington übt laut Gruschko in vielen Bereichen Druck aus. Darum sei jener Druck, den nun die USA auf die Türkei ausüben, absolut nicht verwunderlich. Grund sei „ein Wirtschatsinteresse“.

    „Die USA sind sehr daran interessiert, dass die Türkei sowie andere Verbündete nur amerikanische Waffen kaufen und eben aus diesem Grund (…) fordern sie eine Erhöhung der europäischen Militärhaushalte bis auf zwei Prozent“, so der russische Vizeaußenminister.

    Falls diese US-Forderung erfüllt werde, solle das Nato-Budget eine „gigantische Summe“ in Höhe von 400 Milliarden Dollar ausmachen. Davon würden 100 Millionen in den Kauf der amerikanischen Waffen fließen.

    INF-Vertrag

    Darüber hinaus äußerte sich Gruschko zu den Aussagen des Nato-Chefs, Jens Stoltenberg, laut denen Russland den Vertrag über das Verbot nuklearer Mittelstreckenraketen mit der Entwicklung „mobiler, schwer erkennbarer, nuklearfähiger“ Raketen verletzte. Der russische Diplomat verwies darauf, dass die Vereinigten Staaten aus eigenen Gründen aus dem Vertrag ausgestiegen seien und tatsächlich ihre Verbündeten dazu gezwungen hätten, sich an ihre unbegründete Version anzuschließen. „Falls eine Bedrohung für Russland entstehen wird, werden wir eine militär-technische Antwort darauf geben…“, versicherte Gruschko.

    „Wir werden keine Raketen mittlerer Reichweite in Europa und anderen Regionen stationieren, bis dort US-Raketen auftauchen“.  

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    Er betonte unter anderem, dass die Nato-Länder in letzter Zeit atomare Komponenten bei deren Manöver verstärken würden. Am Nato-Manöver beteiligen sich ihm zufolge beispielweise strategische US-Bomber, die Flüge in Zonen absolvieren, die für Russlands Sicherheitsinteressen relevant sind. „Vor einigen Tagen  patrouillierten B-52 über der Ostsee“, verriet er. Dabei ließ der Diplomat wissen, dass die Zahl der Übungen zunehme, die einen Atomwaffeneinsatz vorsehen.

    Wozu führt mehr Nato-Präsenz im Schwarzmeer?

    Gleichzeitig wurde auf der offiziellen Webseite des russischen Außenministeriums auch die offizielle Haltung zu den jüngsten Worten der Ständigen Vertreterin der Vereinigten Staaten bei der Nato Kay Bailey Hutchison über das sogenannte „Maßnahmenpaket“ veröffentlicht. „Nach der Militarisierung des europäischen Nordostens, der zuvor in militärischer Hinsicht ruhig war, hat man in der Nato beschlossen, die Militärpräsenz auch in der Schwarzmeerflanke zu vergrößern. Alle Komponenten werden verstärkt: in der Luft, auf dem Boden und im Meer. Die Ständige US-Vertreterin bei der Nato sagt, dass dies für ,eine sichere Fahrt ukrainischer Schiffeʻ getan wird, das heißt, man bewegt Kiew zu neuen Provokationen“, verlautet es aus der Mitteilung der Behörde.

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    Tags:
    Druck, Provokation, S-400, NATO, Alexander Gruschko, Schwarzes Meer, Türkei, USA, Russland, Ukraine