08:31 13 Dezember 2019
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    Militärfahrzeuge in Libyen

    Libysche Armee wird innerhalb von 48 Stunden Tripolis einnehmen – Quelle

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    Politik
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    Vertreter der libyschen Nationalarmee sind sich sicher – die von Khalifa Haftar am Donnerstag verkündete Offensive gegen Tripolis wird schnell und einfach verlaufen. Die westlichen Mächte zeigen sich dagegen besorgt und rufen zur Deeskalation auf. Für Freitag ist eine Uno-Notsitzung anberaumt.

    Ein anonymer Vertreter der libyschen Streitkräfte teilte gegenüber RIA Nowosti mit, dass Khalifa Haftars Nationalarmee innerhalb von 48 Stunden Tripolis unter ihre Kontrolle bringen könnte. Eine ähnliche Stellungnahme gab der libysche General Adel al-Barassi im Gespräch mit Sputnik ab.

    „Haftar und seine Generäle erwarten zu Recht, Tripolis innerhalb von 48 Stunden unter Kontrolle bringen zu können. Das einzige, was sie verhindern kann, ist eine Einmischung von außen. Aber die Überlegenheit der militärischen Macht von Haftar ist nicht zu bestreiten“, so die Quelle am Donnerstag.

    Adel al-Barassi bezeichnete den Einsatz als „einfach“, denn die bewaffneten Gruppierungen, gegen die die libysche Armee kämpfe, seien bereits geschwächt.

    >>>Weitere Sputnik-Artikel: Libyen: General Haftar kündigt baldige Lösung der Krise im Land an<<<

    Al-Barassi zufolge werden Haftars Streitkräfte nicht mit den Truppen der international anerkannten Regierung unter Premier Fayez al-Serraj kämpfen.

    „Es wird nur zu Auseinandersetzungen mit bewaffneten Gruppen kommen, die die ‚Regierung der Nationalen Einheit‘ übernommen haben“, erklärte der General gegenüber Sputnik.

    Der ehemalige ägyptische Botschafter in Libyen, Hani Hilaf, äußerte im Interview sein Bedenken, dass ein neuer Bürgerkrieg ausbrechen könnte, sollten Haftars Armee und die Truppen von al-Serraj aufeinandertreffen.

    Großbritannien hat eine Dringlichkeitssitzung des UN-Sicherheitsrats bezüglich der Offensive der Libyschen Nationalarmee gegen Tripolis beantragt. Außerdem rufen London, Paris, Abu Dhabi und Rom unter der Leitung Washingtons zur Deeskalation im Land auf.

    In einem Twitter-Beitrag der britischen Uno-Vertretung am Donnerstag hieß es, dass eine Klausurtagung des Sicherheitsrates am Freitag um 15.00 Uhr (21.00 Uhr MESZ) stattfinden werde. Der Leiter der United Nations Support Mission in Libyen, Ghassan Salame, soll die Ratsmitglieder über die aktuelle Situation im Land informieren.

    ​Die von den USA angeführte Koalition unter der Beteiligung Großbritanniens, Frankreichs, Italiens und der VAE zeigte sich in einer gemeinsamen Erklärung von der Offensive des Generals Khalifa Haftar  gegen die Hauptstadt sowie von den Gefechtshandlungen nahe der Stadt Garian besorgt und rief alle betroffenen Parteien zur Deeskalation der Spannungen auf.

    „In der derzeit sensiblen Phase des Übergangs in Libyen erhöhen militärische Aktionen und Androhungen einseitiger Aktionen nur das Risiko, dass Libyen wieder ins Chaos gerät“, verlautete es.

    Darüber hinaus unterstrichen sie, dass es keine militärische Lösung des Konflikts in Libyen geben könne.

    >>>Weitere Sputnik-Artikel: Italien bewertet Libyen als „sicher“ für Migranten<<<

    Der Oberbefehlshaber der Libyschen Nationalarmee, General Khalifa Haftar, ordnete am Donnerstag gegenüber seinen Streitkräften eine Offensive gegen die Hauptstadt Tripolis an. Die Hauptstadt wird von der UN-unterstützten Regierung kontrolliert.

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    Tags:
    Libysche Nationalarmee, Offensive, Khalifa Haftar, UN-Sicherheitsrat, Uno, USA, Großbritannien, Libyen