18:27 17 November 2019
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    Eine Drachen-Konstruktion beim Nationalfest in Peking (Archivbild)

    Experte: China investiert künftig in Produktion in Deutschland

    © AP Photo / Andy Wong
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    China wird in den kommenden Jahren nach Ansicht der chinesischen Handelskammer weiter massiv in Deutschland investieren. "Das Interesse chinesischer Firmen an Deutschland ist sehr hoch", sagte der Hauptgeschäftsführer der Handelskammer in Deutschland, Wei Duan, am Freitag in einem Interview der Nachrichtenagentur Reuters.

    Bisher dominierten Handelsniederlassungen oder Übernahmen, sagte Wei kurz vor dem EU-China-Gipfel. "Aber jetzt beginnt eine Phase, in der auch in die Produktion investiert wird, wie die Pläne für eine Batteriefabrik von CATL in Thüringen zeigen. Dann schnellen die Investitionssummen in die Höhe." Zudem sieht Wei gute Chancen, dass deutsche Firmen von neuen chinesischen Konjunkturprogrammen profitieren können.

    Zugleich beklagte der Experte, dass sich das Investitionsklima in Deutschland gegenüber chinesischen Firmen gerade bei Übernahmen verschlechtert habe. "Chinesische Firmen spüren wachsendes Misstrauen", sagte er mit Blick auf die zurückgegangene Investitionssumme 2018. Grund seien unter anderem das zweimal geänderte Außenwirtschaftsgesetz, das unerwünschte Übernahmen verhindern soll, sowie die "veränderte Tonlage" auch der deutschen Industrie.

    Den Angaben zufolge betragen die chinesischen Investitionen nur zwei Prozent der Gesamtsumme aller ausländischen Investitionen in Deutschland. Die Entwicklungen in Deutschland und China gingen in die genau entgegengesetzte Richtung. "China öffnet sich Schritt für Schritt. Deutschland wird protektionistischer."

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    Wei kritisierte zudem, dass China immer noch nach alten Maßstäben etwa beim Schutz geistigen Eigentums gemessen werde. Hintergrund sind Klagen aus den USA und Europa über Hackerangriffe und Industriespionage. Es stimme, dass früher viele Firmen mehr auf Kopien als Innovation gesetzt hätten. "Aber die Zeiten sind vorbei." Wenn Fälle von Cyberspionage bekannt würden, gehe die Regierung dagegen vor. Erst vor wenigen Tagen waren Cyberattacken gegen den Chemiekonzern Bayer bekannt geworden, hinter denen vermutlich chinesische Hackergruppen gesteckt haben sollen.

    Der Geschäftsführer verteidigte auch den Netzwerksausrüster Huawei gegen den amerikanischen Spionage-Verdacht in der Debatte um einen Ausbau des 5G-Mobilfunknetzes in Europa. Huawei sei ein Privatunternehmen, das nicht verpflichtet sei, seine Daten an die Regierung in Peking weiterzuleiten. Die USA warnen die westlichen Verbündeten dagegen davor, Huawei-Produkte beim 5G-Standard einzusetzen.

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    Zudem wies er auf konkrete Probleme für chinesische Firmen in Deutschland hin. So gebe es langfristige Verfahren für die gewünschte Entsendung von Arbeitnehmern nach Deutschland. Anders als Frankreich erkenne Deutschland zudem den chinesischen Führerschein nicht an. Auch bei der Anerkennung von Ausbildungs- oder Berufsabschlüssen aus China hapere es. Dennoch erwarte Wei, dass die Zahl von derzeit 50.000 chinesischen Studenten und Wissenschaftlern in Deutschland weiter steigen werde.

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    Tags:
    Handelskammer, Pläne, Industrie, Investitionen, China, Deutschland