19:15 18 April 2019
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    Kosovo-Flagge bei Feierlichkeiten zum Unabhängigkeitstag der teilweise anerkannten Republik

    Proteste im Kosovo: Menschen fordern „Albanischen Frühling“

    © AP Photo / Visar Kryeziu
    Politik
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    Im Kosovo haben laut russischen Medien am Freitag Protestaktionen gegen die derzeitige Regierung unter dem Motto „Jagd auf Diebesgesindel“ begonnen. Sie werden vom Anführer der linksnationalistischen Protestbewegung „Vetevendosje“ (dt. Selbstbestimmung), Albin Kurti, geleitet.

    Dabei sollen sich die Demonstranten empört über die Korruption und den Amtsmissbrauch durch die Beamten der kosovarischen Regierung unter der Führung von Ramush Haradinaj zeigen.

    „Im Land steigt das Ausmaß der Korruption, der Arbeitslosigkeit und der Migration, die Investitionen werden immer weniger, die Bildung der Bevölkerung sinkt und die Geduld ist dem Platzen nahe!“, zitieren Medien Albin Kurti. Dabei habe er Haradinaj einen „heißen Frühling“ und dem derzeitigen kosovarischen Präsidenten Hashim Thaçi eine „Ent­thro­nung“ versprochen.

    Dabei habe Albin Kurti bereits  im Februar die Albaner gemahnt, dass die Zeit gekommen sei, sich des „Albanischen Frühlings“ willen zu vereinigen. 

    Jedoch würden die Experten die Ehrlichkeit der Absichten Kurtis bezweifeln. Seine wahre Aufgabe bestehe darin, Thaçi und Haradinaj dazu zu drängen, radikalere Schritte zur Lösung der „serbischen Frage“ im Norden der Region zu unternehmen, so die Meinung. 

    Washington und Brüssel seien daran interessiert gewesen, dass in der selbsternannten Republik Kosovo solch umstrittene Politiker wie Ramush Haradinaj an die Macht kommen, die dem Westen helfen würden, Serbien zu beeinflussen und Russland aus der Region zu verdrängen, so der bosnische Experte für Sicherheit und Terrorismus, Dževad Galijašević, gegenüber russischen Medien.

    „Die westlichen Regierungen sind Partner und Mittäter von Verbrechen der Befreiungsarmee des Kosovo (UÇK) und ihrer Kommandeure, wie Haradinaj, Thaçi und andere. Gemeinsam haben sie das ˏKosovo-Projektˊ umgesetzt, das die Vertreibung der Serben, die gewaltsame Schaffung eines Quasi-Staates sowie staatlicher Verwaltungsinstitutionen vorgesehen hat, die als Deckung für das organisierte Verbrechen, für den Drogen- und Waffenhandel, aber auch für die Anwerbung von Dschihadisten zur Teilnahme an geopolitisch ausgeklügelten Kriegen in der muslimischen Welt und zu den Regimestürzen dienen würden. Dabei hat der kollektive Westen ein Auge zugedrückt, als ˏseine Freundeˊ den Handel mit menschlichen Organen betrieben haben, und jetzt verhält er sich noch ruhiger bezüglich ihrer kriegerischen Rhetorik“, so Galijašević weiter.         

    Ihm zufolge beabsichtigt der Westen, vor allem Deutschland und die USA, Haradinaj in ihrem eigenen Interesse zu instrumentalisieren. „Und in welcher Hinsicht kann dieser Politiker für sie wertvoll sein? Nur im Hinblick auf die Teilnahme an den von ihnen geplanten ethnischen Konflikten, die darauf abzielen, den Einfluss und die Rolle Serbiens auf dem Balkan zu schwächen, aber auch Bedrohungen für die territoriale Integrität Serbiens zu schaffen“, sagte Galijašević. 

    Die Protestaktivitäten haben sich laut Medien praktisch auf den gesamten Balkan ausgeweitet: auf Serbien, Albanien und Kosovo. In Bosnien und Herzegowina hätten sie etwas nachgelassen.

    Die  Folgen seien nicht vorhersehbar. Dabei würden viele Analysten Washington offen als Hauptpuppenspieler bezeichnen.

    „Die Amerikaner verfolgen offensichtlich das Ziel, ihren eigenen europäischen Verbündeten, die nicht immer dem amerikanischen Kurs folgen, eine Lektion zu erteilen und ihre eigene Position als ein kontinentaler Gendarm Europas zu etablieren, indem sie ein blutiges Chaos auf dem Balkan provozieren, das den Zusammenbruch der EU selbst nach sich ziehen kann“, so der Balkan-Experte Viktor Kolbanowski.  

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    Tags:
    Hashim Thaçi, Ramush Haradinaj, Westen, Kosovo, USA