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11:07 24 Juli 2019
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    Flaggen der USA und des Kosovo in Pristina (Archivbild)

    Kosovo-Premier: „Ich bin ein amerikanischer Soldat und befolge die Befehle“

    © AP Photo / Visar Kryeziu
    Politik
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    Ramush Haradinaj, Regierungschef der selbsternannten Republik Kosovo, der sich derzeit in den USA aufhält, hat gegenüber lokalen Medien offen zugegeben, er sei ein US-amerikanischer Soldat und führe die Befehle der USA aus. Darüber schreibt die serbische Zeitung „Blic“ am Sonntag.

    „Unsere Positionen ähneln denen, die die USA verfechten. Und diejenigen, die ˏvor Ort' sind, wissen das. Ich bin ein Soldat der Vereinigten Staaten, vor Ort'“, zitiert das Blatt Haradinaj.

    Zudem habe sich der Politiker überzeugt gezeigt, dass die Befolgung der Befehle der Amerikaner die Stärkung der amerikanischen Interessen nach sich ziehe. Ihm zufolge werden dabei die russischen und serbischen Interessen in den Hintergrund gedrängt.

    Laut Haradinaj sind die von der kosovarischen Regierung auf Waren aus Serbien und Bosnien-Herzegowina erhobenen Zölle in Höhe von 100 Prozent gegen die Interessen Serbiens und Russlands auf dem Balkan gerichtet.

    Zuvor hatte Haradinaj in seiner Autobiographie unter dem Titel „Das Geständnis über Krieg und Freiheit“ Folgendes geschrieben: „Die erste Waffenpartie für den Kosovo habe ich im Jahr 1991 in Albanien gekauft, darunter Handgranaten, Pistolen (…). Wir haben viele militärische Schulungen in Albanien durchgeführt (…). Es wurde die Verlegung von 50.000 Kämpfern in den Kosovo erwartet, von denen der größte Teil vom albanischen Territorium kommen sollte.“

    „Wir haben ständig die serbischen Kräfte angegriffen. Überall. Tag und Nacht. Ohne uns zu verstecken. Jeden Tag haben wir serbische Polizisten getötet“, hieß es in dem Buch weiter.

    Zudem hat Haradinaj seine Bewunderung für die Nato-Bombardierung von Jugoslawien offen ausgesprochen: „Einer der glücklichsten und denkwürdigsten Momente in meinem Leben hängt mit dem Beginn der Luftangriffe der Nato zusammen. Die ersten Flugzeuge und Raketen haben wir alle bewundert verfolgt. Diese Momente sind unvergesslich.“

    Für all diese Taten, die gegen die Serben verübt wurden, wurde Haradinaj nach der Nato-Aggression zum Befehlshaber des Kosovo-Schutzkorps ernannt. Im Jahr 2000 hatte er die Allianz für die Zukunft des Kosovo (AAK) gegründet, die ihm 2004 zum Posten des Ministerpräsidenten verholfen hatte. Und dies trotz der Tatsache, dass er laut dem deutschen Geheimdienst angeblich die zweifelhafteste Person im Kosovo war.

    Während des Kosovo-Krieges in den Jahren 1998 und 1999 war Haradinaj Chef der „Befreiungsarmee Kosovos“ (UÇK). Im Dezember 2004 wurde er zum ersten Regierungschef des Kosovos gewählt. Nach hundert Tagen im Amt trat er zurück, um sich den Vorwürfen des UN-Kriegsverbrechertribunals für das ehemalige Jugoslawien in Den Haag zu stellen.

    2008 wurde Haradinaj vor dem Haager Tribunal in 37 Anklagepunkten freigesprochen. Serbien beschuldigt ihn jedoch, im Krieg serbische Zivilisten entführt, gefoltert und getötet zu haben. Nach dem Freispruch hatte das Gericht eine Neuaufnahme des Verfahrens angeordnet, weil zahlreiche Zeugen eingeschüchtert worden seien. Ein Berufungsurteil von 2012 bestätigte den Freispruch. Während der Prozesse kamen insgesamt 19 potenzielle Zeugen unter mysteriösen Umständen ums Leben. Der Freispruch kam aufgrund fehlender Beweise zustande.

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    Tags:
    NATO, Ramush Haradinaj, Kosovo, Bosnien-Herzegowina, USA, Serbien