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20:03 12 November 2019
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    Julian Assange in Londoner Botschaft Ecuadors (Archivbild)

    Anwalt: Assange drohen in USA „Misshandlung und Folter“

    © AP Photo / Kirsty Wigglesworth
    Politik
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    Menschenrechtsanwalt Robert Tibbo hat Ecuador nachdrücklich davor gewarnt, den Wikileaks-Gründer Julian Assange aus der ecuadorianischen Botschaft in London zu verweisen und damit seine Auslieferung an die USA zu ermöglichen.

    Im Gespräch mit dem Portal t-online.de sagte Tibbo, die Ausweisung Assanges aufgrund bloßer Anschuldigungen gegen ihn und ohne ein ordentliches Prozessrecht wäre angesichts seines geschützten Asylrechts „ein willkürlicher und monströser Akt“.

    „Diese Abweichung von den grundlegenden Normen der Rechtsstaatlichkeit würde Herrn Assange im Fall seiner Auslieferung an die Vereinigten Staaten einer echten Bedrohung durch Misshandlung und Folter aussetzen“, warnte Tibbo, der den Whistleblower Edward Snowden im Jahr 2013 bei Flüchtlingen in Hongkong versteckt und ihm bei seiner Flucht geholfen hatte.

    Auch der UN-Sonderberichterstatter zum Thema Folter, Nils Melzer, hat Ecuador aufgefordert, Assange nicht zum Verlassen seiner Botschaft in London zu zwingen. Melzer schloss nicht aus, dass Assange in einem solchen Fall von den britischen Behörden sofort festgenommen und an die USA ausgeliefert würde. Dadurch könnten „seine Menschenrechte, einschließlich seiner Redefreiheit, seines Rechts auf einen fairen Prozess und des Verbots grausamer, unmenschlicher oder erniedrigender Behandlung oder Bestrafung“, verletzt werden, so Melzer.

    Nach Angaben von Wikileaks könnte der 47-Jährige, der seit sieben Jahren in der ecuadorianischen Botschaft in London festsitzt, sein Asyl verlieren. In der Nacht zum Freitag hatte die Enthüllungsplattform via Twitter unter Verweis auf „eine hochrangige Quelle innerhalb des ecuadorianischen Staates“ mitgeteilt, Assange werde „binnen Stunden oder Tagen“ der Botschaft in London verwiesen.

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    Tags:
    Menschenrechte, Folter, Auslieferung, Ausweisung, ecuadorianische Botschaft in London, Edward Snowden, Julian Assange, USA, Großbritannien, Ecuador