00:02 23 April 2019
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    Muammar Gaddafi (Archivbild)

    Wo befinden sich Gaddafis Millionen? Zeitung legt eigene Ermittlungsergebnisse vor

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    Politik
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    Südafrikas Ex-Präsident Jacob Zuma steht in Verdacht, sich Geld des ermordeten libyschen Präsidenten Muammar al-Gaddafi angeeignet zu haben, schreibt die Zeitung „The Sunday Times“. Gaddafi soll kurz vor seinem Tod 30 Millionen US-Dollar in Bargeld an Zuma übergeben haben.

    Das Geld soll in Zumas Residenz in Nkandla aufbewahrt und vor kurzem nach Eswatini (früher Swasiland) ausgeführt worden sein. Laut den Journalisten-Ermittlungen soll Zuma der letzte Staatschef gewesen sein, der sich mit Gaddafi traf. Das sei während des Bürgerkriegs und der internationalen Intervention in Libyen geschehen, als das Schicksaal von Gaddafis Regime schon klar war. Zuma sei nach Libyen gekommen, um Gaddafi zu überreden, das Land zu verlassen, und bot ihm Schutz in seinem Land an. 

    Gaddafi soll nach Worten eines Sprechers, der ungenannt bleiben wollte, auf das Angebot verzichtet haben.

    „Er sagte, er werde in seinem Land sterben. Er übergab Zuma das Geld und bat ihn: ‚Finde für mich einen guten Anwalt, wenn ich festgenommen und an den Internationalen Strafgerichtshof übergeben werde‘“, zitiert die Zeitung den Sprecher. Im Falle von Gaddafis Tod sollte Zuma das Geld an Gaddafis Familie übergeben.

    Doch das Geld blieb laut der Zeitung in Zumas Residenz liegen und nun braucht es nicht Gaddafi, sondern Zuma selbst, um die Gerichtskosten zu bezahlen. Zuma wird der Korruption beschuldigt. Im letzten Jahr wurde der Prozess über 783 Korruptionsfälle und Schutzgelderpressung bei Waffenkäufen in Frankreich Ende der 1990er Jahre wiederaufgenommen – damals war Zuma Vizepräsident des Landes. Das Gericht verpflichtete ihn, alle Kosten für die verlorenen Verfahren zu decken, die die Opposition in den letzten drei Jahren seiner Präsidentschaft gegen ihn initiiert hatte.

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    Die Zeitung beteuert, dass Gaddafis Millionen nun in der Zentralbank von Eswatini liegen, damit Zuma davon Gebrauch machen kann.

    Die südafrikanische Außenministerin hat als erste offizielle Person den Beitrag kommentiert. Ihr zufolge schwirren Gerüchte über Gaddafis Millionen seit einigen Jahren durch das Land, doch es sei immer noch keinem gelungen, jegliche Beweise dazu zu finden. „Wir sind bereit, zu ermitteln, wenn die Libyer sich mit dieser Bitte an uns wenden“, zitiert die Zeitung „Pretoria News“ ihre Worte.

     

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    Aneignung, Millionen, Ermittlungen, Geld, Muamar al-Gaddafi, Jacob Zuma, Südafrika, Libyen