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03:44 13 November 2019
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    Muammar Gaddafi

    Chaos in Libyen: Präsident von EU-Parlament erinnert Paris an Rolle bei Gaddafi-Sturz

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    Politik
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    Der Präsident des EU-Parlaments, Antonio Tajani, hat Frankreich im Zusammenhang mit der Krise in Libyen, wo Marshall Khalifa Haftar, der ehemalige Unterstützer des ermordeten Präsidenten Muammar Gaddafi, eine militärische Offensive zur Eroberung der Hauptstadt Tripolis gestartet hat, an seine Rolle bei Gaddafis Sturz erinnert.

    Tajani kommentierte die Eskalation der Krise in Libyen und wies dabei besonders auf die Worte des  italienischen Innenministers Matteo Salvini hin, der behauptete, dass hinter der militärischen Operation gegen die libysche Hauptstadt Tripolis die wirtschaftlichen Interessen eines fremden Landes stehen könnten.

    „Wir haben immer gesagt, dass Frankreich und Italien getrennte Interessen in Libyen haben, so sehr, dass Sarkozy neben den Amerikanern und Briten einer der starken Befürworter war, Muammar Gaddafi zu stürzen und dann zu töten“, sagte Tajani dem italienischen TV-Sender Sky TG24.

    Ihm zufolge hoffte Frankreich auf eine stärkere Präsenz in Libyen und machte daher „einen dramatischen historischen Fehler “. Heute „gibt es nur Chaos in diesem Land, und wir haben den Preis durch die anhaltenden Migrationsströme bezahlt“.

    Tajani warnte auch davor, dass die Lage im Land „unkontrollierbar“ werden könnte, falls derzeit keine Anstrengungen zur Lösung der libyschen Krise unternommen würden. Außerdem widerspiegele die aktuelle Situation in Libyen  „die Unfähigkeit Italiens“, die Krise im nordafrikanischen Land zu regeln.

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    Die Libysche Nationalarmee (LNA), die den Osten des Landes kontrolliert, hatte am Donnerstag auf Befehl ihres Kommandeurs Khalifa Haftar eine Offensive auf Tripolis zur „Befreiung von Terroristen“ begonnen. Laut Sputnik-Informationen konnte die Armee von Haftar südwestliche Teile von Tripolis kampflos einnehmen, darunter Jansur und Al-Swani sowie den internationalen Flughafen Tripolis. Der Bürgermeister der libyschen Stadt Garyan, die südlich der Hauptstadt Tripolis liegt, teilte Sputnik mit, dass seine Stadt ohne Kämpfe von der LNA besetzt worden sei.

    Der LNA-Sprecher Ahmed al-Mismari teilte am Freitag mit, dass die Armee von Haftar die Offensive auf Tripolis gleichzeitig aus mehreren Richtungen führe, allerdings hätten Haftars Truppen die Hauptstadt selbst noch nicht betreten.

    In Libyen war es im Februar 2011 zu einem bewaffneten Aufstand gekommen, der mehrere Monate dauerte. Staatschef Muammar al-Gaddafi, der 42 Jahre lang geherrscht hatte, wurde von den Aufständischen gefasst und unter ungeklärten Umständen getötet. Die Nato, die von März bis Oktober Ziele in Libyen bombardierte, hatte den Rebellen beim Umsturz geholfen.

    Seitdem steckt das nordafrikanische Land im Kriegschaos und wird von einer Doppelherrschaft geführt: Der Westen des Landes wird von der Regierung al-Sarradsch kontrolliert, im Osten hat das vom Volk gewählte Parlament das Sagen, das mit der Libyschen Nationalarmee kooperiert. Viele Gebiete stehen unter Kontrolle lokaler Milizen, die sich gegenseitig bekriegen.

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    Tags:
    Krise, Muamar al-Gaddafi, Libyen, Frankreich