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00:31 23 September 2019
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    Sudans Präsident Omar al-Baschir (Archivbild)

    Sudans Präsident und dessen nähere Umgebung festgenommen – Medien

    © Sputnik / Sergej Mamontow
    Politik
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    Der sudanesische Präsident Umar al-Baschir ist festgenommen und an einen sicheren Ort gebracht worden, wie der Verteidigungsminister des Landes Awad Mohamed Ahmed Ibn Auf am Donnerstag im Staatsfernsehen mitteilte.

    Dem Minister zufolge übernimmt ein Militärrat für eine Übergangszeit von zwei Jahren die Regierungsgeschäfte. Anschließend sollen Wahlen stattfinden. Er verkündete außerdem, dass die Verfassung aus dem Jahr 2005 nicht mehr gelte.

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    Alle Behörden der präsidentiellen Kanzlei sowie das Kabinett, das Parlament des Landes und die lokalen Regierungen in den sudanesischen Staaten werden demnach aufgelöst. Stellvertreter und Berater des Staatschefs würden ihrer Ämter enthoben.

    Ibn Auf erklärte einen dreimonatigen Ausnahmezustand für das ganze Land. Darüber hinaus gelte im Sudan für drei Monate zwischen 22 und vier Uhr eine Ausgangsbeschränkung. Der Luftraum über dem Land sei für einen Tag, Kontrollstellen und andere Einfahrten ins Land bis zur nächsten Benachrichtigung geschlossen.

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    Laut dem US-Sender CNN steht al-Baschir unter Hausarrest. Eine Quelle aus dem sudanesischen Sicherheitsrat berichtete gegenüber Sputnik, dass auch die nähere Umgebung des Präsidenten festgenommen worden sei und nach anderen Unterstützern al-Baschirs gefahndet werde.

    Die sudanesische Armee hatte nach Angaben des libanesischen TV-Senders Al-Mayadeen bei einer Sondersitzung am Donnerstag beschlossen, Umar al-Baschir von allen Ämtern zu entheben und die Regierung des Landes aufzulösen.

    Die sudanesischen Sicherheitsbehörden und die Nationale Aufklärung des Landes befreiten laut der staatlichen Nachrichtenagentur des Sudans ,SUNA, alle politischen Häftlinge aus den lokalen Gefängnissen.

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    Hasan Rizq, der politische Sekretär der sudanesischen Allianz oppositioneller islamistischer Parteien und Gruppen, „Nationale Front der Änderungen“, kommentierte gegenüber Sputnik die Lage im Sudan.

    Die Lage im Land kontrollieren demnach die Armee, die Behörde der nationalen Sicherheit und die Kräfte der schnellen Unterstützung. Die letzteren agieren als innere Truppen, indem sie Rebellionen niederschlagen sowie gegen Schmuggler und Terroristen vorgehen.

    „Sie arbeiten zusammen. Es sind sie, die Umar al-Baschir und sein Regime gestürzt haben“.

    Rizq lehnte die Möglichkeit ab, mit al-Baschir Verhandlungen zu führen. „Er ist für das politische Leben des Sudans gestorben. Dasselbe kann man über seine Partei und Umgebung sagen“.

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    Wie die Nachrichtenagentur Reuters unter Berufung auf Regierungskreise mitteilt, sind Bemühungen im Gange, einen Übergangsrat zu bilden, der das zentralafrikanische Land mit 40 Millionen Einwohnern regieren soll. In der Hauptstadt Khartum feierten Tausende Demonstranten den Sturz Bashirs und forderten eine Regierung aus Zivilisten.

    Im Sudan dauerten seit Dezember Proteste an, im Zuge derer allmählich die Forderung nach einer Regimeänderung laut wurde. Auslöser der Aufstände waren Preiserhöhungen für Nahrungsmittel und andere Waren des Grundbedarfs.

    Bashir war wegen Menschenrechtsverletzungen bei einem Aufstand in der Region Darfur, bei dem seit dem Jahr 2003 schätzungsweise 300.000 Menschen starben, vom Internationalen Gerichtshof in Den Haag angeklagt worden, so die Agentur.

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