06:53 23 April 2019
SNA Radio
    Wikileaks-Gründer Julian Assange

    Großbritannien liefert Assange bei drohender Todesstrafe nicht aus

    © AP Photo / Victoria Jones/PA via AP
    Politik
    Zum Kurzlink
    18647

    Großbritannien wird laut Reuters den festgenommenen WikiLeaks-Gründer Julian Assange nur dann ausliefern, wenn die USA schriftlich zusichern, dass ihm dort keine Todesstrafe droht. Das erklärte der Staatssekretär im britischen Außenministerium Alan Duncan.

    Das gelte „unter allen Umständen”, und auch für Assange, sagte er dem Sender Sky News. Assange werde nicht ausgeliefert, wenn ihm die Todesstrafe drohe.

    Ecuadors Staatschef Lenin Moreno hatte zuvor in einer Video-Botschaft auf Twitter verkündet, er habe Großbritannien in Einklang mit dem starken Engagement seines Landes für Menschenrechte aufgerufen, die Nichtauslieferung von Assange bei womöglich drohender Todesstrafe in den Vereinigten Staaten zu garantieren.

    Assange wurde am Donnerstag in der ecuadorianischen Botschaft in London festgenommen. Ecuador hatte ihm zuvor das Asyl sowie seine ecuadorianische Staatsbürgerschaft entzogen. Der 47-Jährige hatte dort seit Juni 2012 im selbstgewählten Exil gelebt. Die USA fordern seine Auslieferung.

    >>>Weitere Sputnik-Artikel: Situation um Assange nicht mit Prinzipien der Pressefreiheit vereinbar – Kreml<<<

    Ein Gericht in London hat den Wikileaks-Gründer für schuldig befunden, gegen seine Kautionsauflagen in Großbritannien verstoßen zu haben. Ihm wird auch vorgeworfen, sich nicht den Behörden gestellt zu haben, als ein schwedischer Haftbefehl vorgelegt wurde. Dafür droht ihm eine Haftstrafe von bis zu zwölf Monaten. Assange plädierte auf nicht schuldig.

    Ein Datum für das Urteil steht noch nicht fest, bis dahin soll Assange in Gewahrsam bleiben. Am 2. Mai soll es vor demselben Gericht um das Auslieferungsgesuch der USA gehen.

    >>>Weitere Sputnik-Artikel: Assanges Heimatland verweigert ihm „Sonderbehandlung“<<<

    Washington legt Assange eine Verschwörung mit Whistleblowerin Chelsea Manning zur Last. Die US-Justiz beschuldigt ihn, Manning geholfen zu haben, ein Passwort eines Computernetzwerks der Regierung zu knacken.

    Manning hatte streng vertrauliche Regierungsdokumente, die unter anderem Menschenrechtsverletzungen der US-Armee in Afghanistan ans Tageslicht bringen, durch WikiLeaks enthüllt.

    Assange war 2012 in die ecuadorianische Botschaft geflohen, um einer Auslieferung an Schweden zu entgehen, wo er der Vergewaltigung beschuldigt wurde. Die Stockholmer Staatsanwaltschaft stellte die Ermittlungen inzwischen ein. Doch jüngsten Angaben zufolge tritt die Anwältin der Frau, die Assange der Vergewaltigung beschuldigt, für die Wiederaufnahme der Ermittlungen ein.

    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Facebook kommentierenvia Sputnik kommentieren
    Tags:
    WikiLeaks, Auslieferung, Todesstrafe, Festnahme, USA, Ecuador, Großbritannien, Julian Assange