18:54 18 April 2019
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    US-Außenminister Mike Pompeo

    Venezuela: Pompeo beschuldigt Russland der Heuchelei

    © AP Photo / Carolyn Kaster
    Politik
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    US-Außenminister Mike Pompeo hat in einer Rede vor der Nordamerikanisch-chilenischen Handelskammer die Handlungen Russlands und Chinas in Bezug auf die Situation in Venezuela als heuchlerisch bezeichnet.

    Am Freitag sprach Pompeo ausführlich über die Gelder, die China in Venezuela investiere. Vermeintlich habe der venezolanische Präsident, Nicolas Maduro, diese Finanzierung genutzt, um „Kumpane zu bestechen, pro-demokratische Aktivisten zu vernichten und ineffektive Sozialprogramme zu finanzieren“. All dies soll zur Verlängerung der Krise im Land geführt haben, behauptete Pompeo.

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    Daher warf er China Heuchelei vor, und erinnerte in dieser Hinsicht an Russland, in dessen Vorgehen er ebenfalls Verlogenheit erkannt haben will.

    „Und wenn Sie von heuchlerischen Befürwortern der Nichteinmischung in Lateinamerika sprechen, müssen Sie sich auch um die Russen Sorgen machen. Venezuela sowie andere Lateinamerikaner sollen sich Sorgen machen“, erläuterte Pompeo.

    Den Aufenthalt russischer Soldaten in Venezuela sowie die Eröffnung eines Trainingszentrums im Rahmen der militärischen Zusammenarbeit bemängelte der US-Außenminister als „offensichtliche Provokationen“.

    „Wir sollten nicht zulassen, dass Russland eine bereits sehr instabile Situation in diesem Land eskaliert“, so Pompeo.

    Er verwies außerdem auf die russischen Beziehungen zu Kuba und Nikaragua und beschuldigte Russland des Waffenhandels sowie der „Verbreitung aller Arten von Propaganda“ in diesen Staaten.

    Zuvor hatte US-Präsident Donald Trump Russland aufgefordert, sich aus Venezuela zurückzuziehen.

    Die Sprecherin des russischen Außenministeriums, Maria Sacharowa, verwies darauf, dass der Aufenthalt von Soldaten in dem südamerikanischen Land in einem Abkommen zwischen beiden Ländern zur militärischen Zusammenarbeit geregelt sei und in „strikter Übereinstimmung” mit der venezolanischen Verfassung stehe.

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    Am 23. Januar dieses Jahres hatte sich der Präsident der Nationalversammlung von Venezuela, Juan Guaido, während Protesten zum Übergangspräsidenten des Landes erklärt. Die Vereinigten Staaten sowie mehrere Länder Lateinamerikas und weltweit auch andere, darunter das EU-Parlament, hatten Guaido umgehend als Interimsstaatschef anerkannt. Russland, China, die Türkei und weitere Staaten bekundeten dagegen Solidarität mit Maduro, der seinen Rücktritt ablehnte und von einem von den Vereinigten Staaten inszenierten Putschversuch sprach.

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    Tags:
    Nicaragua, China, Kuba, Russland, Venezuela, USA