07:33 11 Dezember 2019
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    Bau der Nord Stream 2 - Pipeline

    Neue Route für Nord Stream 2: Unternehmen reicht Antrag in Dänemark ein

    © Foto : Nord Stream 2 / Axel Schmidt
    Politik
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    Die Nord Stream 2 AG hat einen Antrag in Dänemark für die Baugenehmigung einer neuen Route durch dänische Gewässer eingereicht, heißt es in der Pressemitteilung des Unternehmens.

    Zwei Jahre nach der Einreichung des ersten Antrags geht es demnach bereits um den dritten Genehmigungsantrag. Dieser bezieht sich auf eine Route durch die dänische ausschließliche Wirtschaftszone (AWZ) in den Gewässern südlich von der Insel Bornholm.

    „Die Einreichung erfolgt in Übereinstimmung mit der Entscheidung der Dänischen Energieagentur (DEA) vom 26. März 2019“, hieß es vom Unternehmen.

    Die AWZ-Grenze zwischen Polen und Dänemark war bisher umstritten, deswegen war das Gebiet für Projektentwickler nicht verfügbar. Derzeit wurde demnach eine Einigung zwischen den beiden Ländern erzielt, die jedoch bislang von Polen nicht ratifiziert wurde.

    Zuvor waren zwei Anträge, jeweils eine für die Haupt- und für die Alternativroute der Pipeline Nord Stream 2, bei der Dänischen Energieagentur (DEA) eingereicht worden.

    Im April 2017 gab es laut den Angaben der Nord Stream 2 AG den ersten Antrag: Es ging um die Basisroute, die die Hoheitsgewässer südlich von Bornholm durchquert.

    Nord Stream 2
    © Sputnik / Valeri Schiller / Andreas Peter
    Am 1. Januar trat das geänderte dänische Festlandsockelgesetz in Kraft, das dem dänischen Außenminister das Recht gab, aus politischen Gründen ein Veto gegen Infrastrukturprojekte einzulegen, die durch Hoheitsgewässer führen. Somit wird eine entsprechende Entscheidung des Außenministeriums seit 16 Monaten erwartet. Bisher habe die Nord Stream AG keine Antwort bekommen.

    Im August 2018,  „nach acht Monaten ohne Hinweis auf den Zeitpunkt der Empfehlung des Außenministers“, war das Unternehmen gezwungen, eine zweite, alternative Route außerhalb der dänischen Hoheitsgewässer nordwestlich von Bornholm durch die dänische AWZ zu beantragen.

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    Beide Genehmigungsverfahren hätten gezeigt, dass alle technischen und ökologischen Voraussetzungen erfüllt worden seien und für beide Routen eine Baugenehmigung erteilt werden könne.

    „Die Forderung nach einer dritten Routenoption, trotz der vorliegenden zwei vollständig bearbeiteten und genehmigungsfähigen Anträge, kann nur als bewusster Versuch angesehen werden, die Fertigstellung des Projekts zu verzögern“, so das Unternehmen.

    Nord Stream 2 ist das Projekt einer Gaspipeline, die aus Russland über den Meeresgrund der Ostsee direkt nach Deutschland führt. Das Projekt wird von der Nord Stream 2 AG umgesetzt. Der russische Gasgigant Gazprom verfügt über 51 Prozent der Aktienanteile dieser AG. Bis Ende 2019 ist die Inbetriebnahme der Pipeline geplant, deren Kapazität 55 Milliarden Kubikmeter Gas pro Jahr erreichen soll.

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    Tags:
    Genehmigung, Bau, Pipeline, Nord Stream 2, Dänemark