10:36 25 April 2019
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    Soldaten der Bundeswehr in Litauen (Archivbild)

    22-mal mehr Geld für Waffen: Nato-Hochrüstung beunruhigt Russland

    © AP Photo / Mindaugas Kulbis
    Politik
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    Die Nato-Staaten geben nach russischen Angaben insgesamt schon mehr als eine Billion US-Dollar für militärische Zwecke - und damit 22 Mal mehr als Russland - aus. Dass der Nordatlantikpakt dabei verstärkt vor der russischen Grenze aufrüstet, macht Moskau Sorgen, sagt Alexander Gruschko, stellvertretender Außenminister Russlands.

    Der Nordatlantikpakt bestreite schon jetzt mehr als die Hälfte aller Rüstungsausgaben weltweit, sagte Gruschko, der von 2012 bis 2018 russischer Nato-Botschafter war, in einem Sputnik-Interview. „Dass die Bündnismitglieder ihre Militärausgaben drastisch nach oben geschraubt haben, löst tiefe Besorgnis aus.“

    „Allein 2018 haben die Ausgaben mehr als eine Billion Dollar betragen. Das ist 22 Mal mehr als die Verteidigungsausgaben Russlands“, sagte der Diplomat.

    Nach seiner Einschätzung stockt die Nato vor allem an ihrer östlichen Flanke ihr militärisches Potenzial auf. Die Aktivitäten des westlichen Militärblocks in der Ostsee- und Schwarzmeer-Region seien angewachsen, neue Truppen würden nach Europa verlegt, neue Militärinfrastrukturen entstünden.

    Gruschko warf der Nato vor, eine „mythische Bedrohung aus dem Osten aufzublähen“. Russland wolle sich nicht auf ein neues Wettrüsten einlassen und setze auf „preiswerte, präzise und wirkungsvolle“ Gegenmaßnahmen.

    Die Nato hatte mitten in der Ukraine-Krise 2014 sämtliche militärische Zusammenarbeit mit Russland auf Eis gelegt. Seitdem baute das nordatlantische Militärbündnis neue Militärstützpunkte und verstärkte seine Truppen in Osteuropa.

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    Tags:
    NATO, Alexander Gruschko, Deutschland, Russland