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19:23 17 August 2019
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    Bundeswehr-Soldaten (Archivbild)

    Russischer Vize-Minister: „Krieg mit Nato wäre Katastrophe“

    © REUTERS / Fabrizio Bensch
    Politik
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    Trotz des angespannten Verhältnisses dürfen Russland und die Nato es nicht zu einem Krieg kommen lassen, sagt Alexander Gruschko. Nach Ansicht des amtierenden russischen Vize-Außenministers, der sechs Jahre lang Russland bei der Nato vertreten hatte, wäre ein bewaffneter Konflikt zwischen Russland und dem Bündnis ein Desaster für die ganze Welt.

    „Alle Vernünftigen hoffen, dass es nicht zu einem bewaffneten Konflikt mit der Nato kommen wird“, sagte Gruschko, der von 2012 bis 2018 russischer Nato-Botschafter war, in einem Sputnik-Interview.

    „Das wäre nämlich eine Katastrophe für die gesamte Menschheit. Ich bin überzeugt: Das sieht man auch in Washington und in Brüssel so.“

    Gruschko räumte ein, dass nach dem Stopp jeder Zusammenarbeit die Gefahr von zufälligen Konflikten infolge von „falsch verstandenen Absichten“ hoch sei.
    Die Entscheidung der Nato, die Zusammenarbeit mit Russland abzubrechen, kritisierte der Diplomat als „absurd“. Mittlerweile unterhalte Moskau nur noch zu einzelnen Nato-Mitgliedern Arbeitskontakte, aber nicht zu der gesamten Nato.

    Die jetzige Krise mit der Nato sei zwar nicht die erste in der russischen Geschichte, dafür aber die längste, konstatierte Gruschko. Bereits nach dem Angriff des Bündnisses auf Jugoslawien 1999 und nach dem Krieg in Südossetien 2008 hätten die Seiten vorübergehend ihre Beziehungen abgebrochen.

    Mittlerweile bleibe aber jede Zusammenarbeit aus, sowohl die zivile als auch die militärische, sagte der Diplomat. Zuvor hatte Gruschko kritisiert, dass die Nato ihre Militärausgaben auf mehr als eine Billion US-Dollar aufgestockt habe, was der Hälfte aller Rüstungsausgaben der Welt entspräche und 22 Mal höher als die russischen Verteidigungsausgaben sei.

    Die Nato hatte mitten in der Ukraine-Krise 2014 sämtliche militärische Zusammenarbeit mit Russland auf Eis gelegt. Seitdem baute das nordatlantische Militärbündnis neue Militärstützpunkte und verstärkte seine Truppen in Osteuropa.

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    Tags:
    NATO, Alexander Gruschko, Brüssel, Russland