15:32 25 Juni 2019
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    US-Militärtechnik in Polen (Archiv)

    Bloomberg: Washington und Warschau nähern sich Deal über US-Militärbasis in Polen

    © AP Photo / Krzysztof Mystkowski
    Politik
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    Die USA und Polen nähern sich einer Vereinbarung bei Beratungen, die die Stationierung eines amerikanischen Militärstützpunktes auf dem Territorium der Republik betreffen. Dies meldet Bloomberg unter Berufung auf Quellen.

    Falls die Seiten zu einer einmütigen Auffassung finden sollten, könne der amerikanische Präsident Donald Trump im Herbst Polen besuchen, so die Quellen. Bloomberg zufolge war zuvor geplant, dass diese Woche der polnische Premierminister Mateusz Morawiecki in Washington eintrifft, um diese Frage mit dem nationalen Sicherheitsberater der Vereinigten Staaten, John Bolton, zu besprechen. Dieser Trip sei jedoch verschoben worden und Morawiecki werde stattdessen Chicago und New York besuchen.

    Bisher seien Washington und Warschau nicht einig, ob es um die Schaffung eines US-Militärobjektes im Land oder um eine konsequente Vergrößerung der amerikanischen Militärpräsenz in der Republik gehen werde. Laut Bloomberg wollen die amerikanischen und polnischen Beamten nicht, dass die Basis den Namen „Fort Trump“ tragen werde.

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    Trump habe bisher keine eindeutige Meinung zu diesen Plänen geäußert. Laut Quellen erwägt er die Möglichkeit, zu fordern, dass die Länder, in denen sich US-Militärstützpunkte befinden, nicht nur die Kosten für sie (die Stützpunkte – Anm. d. Red.) selbständig decken, sondern auch zusätzliche Mittel dafür zahlen sollen, dass die Objekte auf ihren Territorien stationiert sind.

    Bloomberg zitiert unter anderem den Sprecher des Nationalen US-Sicherheitsrates, Garrett Marquis, der seinerseits bestätigte, dass die Seiten Gespräche über die Präsenz der US-Streitkräfte in Polen führen würden. Er gab aber keine weiteren Details an.

    Frühere Gespräche

    US-Präsident Donald Trump hatte zuvor nach Verhandlungen mit seinem polnischen Amtskollegen Andrzej Duda erklärt, die USA würden derzeit die Möglichkeit prüfen, einen Stützpunkt in Polen dauerhaft zu stationieren, während Warschau bereit sei, dafür „Milliarden Dollar“ zu zahlen.

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    Zuvor hatte Polen den Vereinigten Staaten angeboten, eine amerikanische Panzerdivision auf polnischem Boden zu stationieren. Die Kosten der Stationierung wurden mit zwei Milliarden Dollar veranschlagt. Warschau sei bereit, diese Summe zu zahlen, erklärte der polnische Präsident.

    Das Angebot wurde abseits der Nato, auf bilateraler Grundlage unterbreitet. Die endgültige Entscheidung diesbezüglich steht noch aus.

    Das russische Außenministerium erklärte: Die Pläne für den Aufbau eines US-Stützpunkts in Polen würden auch „eine Kraftprojektion in Richtung der russischen Grenze“ beinhalten. Die Entstehung dieser Basis würde Moskau dazu drängen, „zusätzliche militärtechnische Maßnahmen“ zu ergreifen, um die Sicherheit Russlands unter den neuen Umständen verlässlich zu garantieren, sagte der russische Vize-Außenminister Alexander Gruschko.

    Derzeit befinden sich auf dem Territorium Polens circa 4.500 US-Militärs als Teil einer amerikanischen Panzerbrigade und multinationalen Bataillonsgruppe.

     

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    Tags:
    Bloomberg, Deal, US-Militärstützpunkt, Verhandlungen, John Bolton, Mateusz Morawiecki, Donald Trump, Fort Trump, Polen, USA