08:59 20 April 2019
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    Polizei in der gesperrten russischen Handelsvertretung in Washington (Archivbild)

    Ausweisung russischer Diplomaten: Diese Frau beeinflusste Trumps Entscheidung

    © Sputnik / Alexej Agaryschew
    Politik
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    Die Zeitung „The New York Times“ hat den Namen einer Person genannt, die die Entscheidung des amerikanischen Präsidenten über die Ausweisung russischer Diplomaten aus den USA wegen des Skripal-Falls beeinflusste.

    Nach dem Vorfall in Salisbary, wo der ehemalige GRU-Agent Sergej Skripal und seine Tochter vergiftet wurden, sprach sich demnach Trump gegen entschlossene Maßnahmen gegen Russland aus. „Mr. Trump war skeptisch“, heißt es. Trump hielt zunächst die „Vergiftung für einen Teil der legitimen Spionagespiele“. 

    Seine Meinung konnte aber Gina Haspel, die damals die stellvertretende CIA-Direktorin war, ändern. Sie überzeugte den amerikanischen Staatschef, 60 russische Diplomaten aus dem Land auszuweisen. Darüber hinaus wollte sie ihm zeigen, dass die Skripals nicht „die einzigen Opfer der russischen Attacke“ gewesen seien. Dafür habe sie Fotos vorgelegt, die tote Vögel und die von „Nowitschok“ betroffenen Kinder gezeigt hätten.

    Giftanschlag von Salisbury

    Sergej und Julia Skripal waren am 4. März 2018 bewusstlos im britischen Salisbury aufgefunden und mit Vergiftungserscheinungen ins Krankenhaus gebracht worden. Von wem und unter welchen Umständen der ehemalige russisch-britische Doppelagent und seine Tochter wirklich vergiftet wurden, ist noch immer unklar. Die britische Regierung behauptete umgehend, dass in den Giftanschlag auf die Skripals mit dem Stoff A-234 der russische Staat verwickelt sei. Russland wies diesen Vorwurf von sich und forderte eine unabhängige Aufklärung.

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    Die Affäre löste einen diplomatischen Skandal aus: Die britische Premierministerin Theresa May ordnete die Ausweisung von 23 russischen Diplomaten an. Aus „Solidarität“ mit London wiesen auch die USA, Deutschland und viele weitere EU-Staaten Dutzenden russischen Diplomaten die Tür. Der damalige Außenminister Boris Johnson versprach noch im März, „verblüffende Beweise“ gegen Russland präsentieren zu wollen, tat dies bis zu seinem Rücktritt im Juli aber nicht.

    Die Skripals haben nach britischen Angaben überleben und sogar schnell genesen können, was einige Experten als merkwürdig bezeichneten. Seitdem ist der Verbleib der beiden nicht öffentlich bekannt. Die russische Seite vermutet sogar, dass Sergej und Julia Skripal in Großbritannien gewaltsam festgehalten werden.

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