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    US-Hilfsgüter für Venezuela (Archiv)

    „Billiges Theater“: Lawrow zu US-Hilfslieferungen an Venezuela

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    Politik
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    Der russische Außenminister Sergej Lawrow hat in einem Interview mit dem TV-Sender „Swesda“ die von den USA finanzierten Hilfslieferungen an Venezuela kommentiert und die Möglichkeit einer US-Militärintervention in das lateinamerikanische Land ausgewertet.

    „Sie (die USA – Anm. d. Red.) glaubten, das venezolanische Volk würde von vornherein einen Aufstand gegen die Regierung machen, denn es würde darüber enttäuscht sein, dass die Staatsmacht das normale Funktionieren der sozial-wirtschaftlichen Sphäre nicht gewährleisten könne“, sagte Lawrow.

    Er verwies darauf, dass westliche Länder zur Verschärfung der Krise in Venezuela wesentlich beigetragen hätten: Die Vereinigten Staaten hätten die Bankkonten des staatlichen Ölunternehmens von Venezuela, PDVSA, eingefroren. Großbritannien habe seinerseits venezolanische Goldreserven blockiert.

    „Sie wollten (Venezuela – Anm. d. Red.) auf diese Weise wirtschaftlich erwürgen. Und parallel inszenierten sie in der ersten Phase der Krise Aktionen mit Hilfslieferungen und versuchten, an der Grenze durchzubrechen. Es war klar, dass das ein sehr billiges Theater ist“, resümierte der russische Außenminister.

    Zuvor hatte US-Vizepräsident Mike Pence verkündet, die USA hätten 500 Tonnen humanitäre Hilfsgüter in den Anrainerstaaten von Venezuela untergebracht. Die USA hätten den Venezolanern eine Hilfe im Gesamtwert von 200 Millionen US-Dollar bereitgestellt, hieß es.

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    Ein Szenario einer militärischen Intervention der USA und deren Verbündeter in Lateinamerika wolle er, Lawrow, jedoch eher ausschließen.

    „Ich möchte ein solches Szenario nicht unterstellen“, so Lawrow. „Ich bin überzeugt, dass Washington vorläufig nicht völlig verstanden hat, in was für eine Situation seine (politische – Anm. d. Red.) Linie für Venezuela geraten ist“.

    Die USA würden damit rechnen, dass ein bis zwei lateinamerikanische Länder sie bei ihrem militärischen Abenteuer in Venezuela unterstützen würden, so Lawrow weiter. Allerdings seien die lateinamerikanischen Staaten selbstbewusst, betonte Lawrow. Daher würde ein derartiges Militärabenteuer die meisten Länder der Region davon abbringen, den Regimewechsel in Venezuela zu unterstützen, denn sie würden eine solche Militärintervention als Herausforderung wahrnehmen.

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    Zuvor hatte der TV-Sender CNN unter Verweis auf eine informierte Quelle im US-Verteidigungsministerium berichtet, das Pentagon arbeite an neuen militärischen Lösungen, die den russischen, den chinesischen und den kubanischen „Einfluss“ auf die Regierung Maduro eindämmen würden.

    Am 23. Februar hatten venezolanische Oppositionelle versucht, humanitäre Hilfsgüter nach Venezuela zu bringen. Die venezolanischen Behörden wollten diese Hilfe allerdings nicht annehmen. Nach Ansicht der Regierung gibt es keine humanitäre Krise im Lande. Der venezolanische Präsident Nicolas Maduro bezeichnete die „Hilfslieferungen“ als Tarnung für eine Aggression gegen sein Land und brach die diplomatischen Beziehungen mit Kolumbien und den USA ab.

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    Am 21. Januar dieses Jahres hatte sich der Präsident der Nationalversammlung von Venezuela, Juan Guaido, während Protesten zum Übergangspräsidenten des Landes erklärt. Die Vereinigten Staaten sowie mehrere Länder Lateinamerikas und weltweit auch andere, darunter das EU-Parlament, hatten Guaido umgehend als Interimsstaatschef anerkannt. Russland, China, die Türkei und weitere Staaten bekundeten dagegen Solidarität mit Maduro, der seinen Rücktritt ablehnte und von einem von den Vereinigten Staaten inszenierten Putschversuch sprach.

    Venezuela erlebt bereits seit längerem eine Wirtschaftskrise, die durch die verhängten Finanz-und Wirtschaftssanktionen gegen das Land noch verschärft wird. 

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    Tags:
    Militärintervention, Sergej Lawrow, Hilfslieferungen, Humanitäre Hilfsgüter, Hilfsgüter, humanitäre Hilfe, Russland, USA, Venezuela