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    Iran: US-Sanktionen verhelfen dem Land zur Wirtschaftsmacht – Parlamentsabgeordneter

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    Politik
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    Mohammad Reza Pour Ebrahimi, Vorsitzender der iranischen Wirtschaftskommission im Parlament, hat in einem Interview mit Sputnik mitgeteilt, was der Iran vom Versprechen der Europäer zur Einhaltung des Gemeinsamen umfassenden Aktionsplans (Joint Comprehensive Plan of Action, JCPOA) hält und was er über die Zukunft der „Tauschbörse“ Instex denkt.

    „Der Iran rechnet nicht mit dem Start von Instex (Instrument for Supporting Trade Exchanges; über die „Tauschbörse“ Instex sollten zunächst von der europäischen Seite Lebensmittel, Medizin und Medizinprodukte gehandelt werden – Anm. d. Red.), so Mohammad Reza Pour Ebrahimi.

    Die USA planten, so der Beamte, die iranische Wirtschaft innerhalb von sechs Monaten mithilfe von Sanktionen zu lähmen, was aber nicht passiert sei.

    Die Europäer seien bis 2018 gegen die Einführung des von ihnen selbst vorgeschlagenen (und eigens auf den Handel zwischen europäischen und iranischen Firmen zugeschnittenen – Anm. d. Red.) Zahlungskanals SPV (Special Purpose Vehicle) gewesen, der die Handels- und Wirtschaftsbeziehungen der EU mit dem Iran unter den fortwährenden US-Sanktionen aufrechterhalten sollte. Danach hätten sie vorgeschlagen, einen Mechanismus wie Instex zu gründen, der die Bankgeschäfte in bestimmten Bereichen einschränke: Es gehe dabei um die Möglichkeit, nur mit Medikamenten und Nahrungsmitteln zu handeln.

    „Dies ist überhaupt inakzeptabel, da der Iran keine Medikamente oder Nahrungsmittel braucht. Wir betrachten einen solchen Schritt der Europäer als Weigerung, ihren Verpflichtungen (hinsichtlich des Gemeinsamen umfassenden Aktionsplans JCPOA – Anm. d. Red.) nachzukommen. Der Iran hat seine Handelsbeziehungen mit Russland, Indien und China gestärkt und entwickelt solche aktiv auch mit anderen Ländern. Daher können die von den USA verhängten Sanktionen den Iran langfristig zu einer Wirtschaftsmacht machen“, so Mohammad Reza Pour Ebrahimi weiter.

    Was die Unternehmen betrifft, die den Iran wegen der von den USA verhängten Sanktionen verlassen haben, hat das Land laut dem Vorsitzenden der iranischen Wirtschaftskommission im Parlament solche Firmen durch alternative Unternehmen ersetzt.

    Manche seien mithilfe von technischen Errungenschaften des zum Korps der Islamischen Revolutionsgarden (IRGC) gehörenden Stabs für Aufbau ersetzt worden, der die größten Entwicklungsprojekte in Angriff nehme. 

    „Zum Beispiel hat das Unternehmen ˏPersischer Golf-Stern' das Land in vollem Umfang mit Benzin versorgt. Natürlich beeinflussten die Sanktionen die Entwicklung dieser Branche, aber es gab keine besonderen Ausfälle. Meine Prognose ist, dass die Unternehmen, die den Iran verlassen haben, in einiger Zeit zurückkehren, weil die Islamische Republik Iran über einen starken Markt verfügt und hohe Kapitalrendite hat“, so Mohammad Reza Pour Ebrahimi.

    Ihm zufolge wird der Iran Wirtschaftsbeziehungen zu den Nachbarländern unterhalten. „So wurden beispielsweise viele Vereinbarungen zwischen dem Iran und dem Irak getroffen, was darauf hindeutet, dass die Iraker die US-Wirtschaftssanktionen gegen den Iran nicht einhalten. Dasselbe kann man über Russland sagen. Der Iran bevorzugt in den Wirtschaftsbeziehungen die Verbündeten und die Nachbarländer und führt Handel im Euro.“

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    Tags:
    USA, Sanktionen, Russland, Iran