Widgets Magazine
23:04 18 August 2019
SNA Radio
    Bundesentwicklungsminister Gerd Müller (r.) in Moskau

    Minister Müller: Enormes Potenzial Russlands für Klimaschutz und Welternährung nutzen

    © Sputnik / Nikolaj Jolkin
    Politik
    Zum Kurzlink
    Nikolaj Jolkin
    5515

    Total erstaunt war Gerd Müller, Bundesminister für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, nach eigenen Worten, wie stark Russland, seitdem er das erste Mal in Moskau war, das Thema Umwelt und Klimaschutz verinnerlicht hat, konkrete Maßnahmen umsetzt und sich auch der Verantwortung in Fragen Schutz globaler Güter stellt.

    „Wir können die Zielvorgaben nur mit Russland und seiner Weite, seiner Taiga und Tundra, mit diesem enormen Potenzial, das das Land hat, umsetzen“, sagte er während einer Pressekonferenz in Moskau. Schwerpunkt seiner Russland-Reise war die Verstärkung der Zusammenarbeit auf dem Sektor Nachhaltigkeit, Klimaschutz und Welternährung. Erfreut war der Entwicklungsminister über die Nachricht, dass Russland den Pariser Klimavertrag ratifizieren werde. Und dies noch vor der Konferenz in Chile.

    Russland wolle sich auch einer internationalen Allianz zur Verhinderung und Verwertung von Müll anschließen, fügte der Minister hinzu. So präge sich nach seinen Worten klimafreundliche Abfallwirtschaft. In seinem Ministerium wird eine internationale Plattform unter dem Titel „Prevent Waste Alliance“ vorbereitet, wo man Wirtschaft, Wissenschaft und Kommunen zusammenbringt. Dazu hat Müller russische Experten eingeladen: „Wir wollen Müll vermindern und Recyclingsysteme sowie Kreislaufwirtschaft im Bereich der Abfallentsorgung aufbauen.“

    Er verwies dabei auf eine weltweite Dimension der Müllproblematik. „Wenn ich zu Hause eine Plastikflasche bei mir in den Fluss werfe, an dem ich lebe, dann kommt sie im Schwarzen Meer an. Das ist eine global verbundene Herausforderung. Und daran wollen und sollen die Russen partizipieren.“

    Bundesentwicklungsminister Gerd Müller (i.d.Mitte) in Moskau
    © Sputnik / Nikolaj Jolkin
    Bundesentwicklungsminister Gerd Müller (i.d.Mitte) in Moskau

    Auch der russisch-deutschen Zusammenarbeit auf dem Gebiet der Landwirtschaft und Ernährung schenkte Minister Müller viel Aufmerksamkeit und stellte fest, dass die Steigerung der Produktivität in der russischen Landwirtschaft in den letzten Jahren enorm sei und sich darin zeige, „dass Russland im vergangenen Jahr der weltgrößte Getreideexporteur war, und das Potenzial Russlands längst noch nicht ausgeschöpft ist. Wir gehen davon aus, dass bis zu 50 Millionen Hektar Ackernutzfläche noch nicht in der Bewirtschaftung sind.“

    Auch hier biete sich eine Zusammenarbeit an, so Müller. „Ebenso beim Thema Wald und Waldschutz. Für den Klimaschutz hat Russland zentrale Bedeutung. Mit seinen 25 Prozent des Waldbestandes der Welt ist es das größte Waldland der Welt. Enorme Potenziale!“

    Auf die EU-Sanktionen angesprochen, meinte Müller, dass beide Seiten aufeinander zugehen müssten. „Wir hoffen, dass nach den Wahlen in der Ukraine Bewegung in die Thematik kommt. Denn der Schlüssel liegt in der Lösung des Konflikts in der Ostukraine und der Krim-Frage. Die überraschende Wahl in der Ukraine gibt hier vielleicht ein Stück neue Möglichkeiten für das Minsker Abkommen. Aber da wird man abwarten müssen.“

    Der Bundesentwicklungsminister resümierte: „Es waren sehr freundschaftliche und partnerschaftliche Gespräche. Das Thema Schutz der subarktischen Naturschutzgebiete wurde auch von Wissenschaftlern und Forschern angesprochen. Das bietet auch die Chance, dass die Fachpolitiker weiter kooperieren und die Zusammenarbeit verstärken. Ich habe Interesse daran, bei der Klimakonferenz in Chile und bei der Biodiversitätsweltkonferenz in China Russland als Partner zu bekommen.“

    >>>Andere Sputnik-Artikel: Fünf Jahre antirussische Sanktionen: Wurde damit viel erreicht?<<<

    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Facebook kommentierenvia Sputnik kommentieren
    Tags:
    Export, Getreide, Müll-Verwertung, Klimavertrag, Welternährung, Präsidentschaftswahl, Ukraine, Landwirtschaft, Recycling, Paris, Potenzial, Klimaschutz, Reise, Russland, Gerd Müller