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    Ankunft von Kim-Jong-un in Wladiwostok

    Putin-Kim-Treffen: Russland kann koreanisches Problem lösen

    © Sputnik / Alexander Safronow
    Politik
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    Natalia Pawlowa
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    Kim Jong-un unternimmt seine erste Reise nach Russland. Ein Treffen mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin ist für den 25. April geplant. Es soll auf der russischen Insel Russki bei Wladiwostok stattfinden. Hauptthemen der Gespräche sind die Regelung des Nuklearproblems der koreanischen Halbinsel und die bilateralen Beziehungen.

    Im Gespräch mit Sputnik teilten Analytiker ihre Vision der Verhandlungsperspektiven mit. Pawel Feldman, stellvertretender Direktor des Instituts für strategische Studien und Prognosen, äußerte sich zur Bedeutung des begonnenen Besuchs.

    „Die Ankunft von Nordkoreas Staatschefs Kim Jong-un zu Gesprächen mit Wladimir Putin über die nukleare Abrüstung zeugt davon, dass mit dem US-Präsidenten Donald Trump keine Einigung erzielt wurde. Die Ergebnisse der Verhandlungen mit Trump, die bereits zweimal stattfanden, führten dazu, dass Kim Jong-un enttäuscht war. Jetzt wird es einen weiteren Versuch geben, der jedoch mit Moskau abgesprochen wird. Russland kann auf der koreanischen Halbinsel als Garant für den Frieden fungieren.“

    Georgi Tolorai, Direktor des Zentrums für russische Strategie in Asien am Institut für Ökonomie der Russischen Akademie der Wissenschaften, erklärte, das bevorstehende Treffen komme zur rechten Zeit.

    „Nach dem Scheitern des USA-Nordkorea-Gipfels in Hanoi wird die Rolle Russlands als eine Art Katalysator für den Verhandlungsprozess beansprucht, um zu versuchen, ihn auf den Weg zu bringen. Es ist kein Zufall, dass die Amerikaner jetzt ein solches Interesse für uns zeigen. Sie möchten wissen, wie wir den Dialog weiterentwickeln können.“

    Laut dem Experten braucht Pjöngjang die Unterstützung von Moskau. Kim Jong-un möchte auch den russischen Faktor nutzen, um seine Position zu stärken, nicht nur in den Beziehungen zu den Vereinigten Staaten, sondern auch zu China. „Kürzlich zeigte sich Peking offenbar nicht sehr erfreut über das Scheitern des Gipfels in Hanoi, die Kontakte zwischen den beiden Ländern sind zurückgegangen, und Kim Jong-un braucht natürlich russische Unterstützung.“

    Man könne versuchen, die Situation nach dem Scheitern der Trump-Kim-Gespräche zu entspannen, sagte der Direktor des Ho Chi Minh-Instituts, Professor Wladimir Kolotow von der St. Petersburger Universität. Die Amerikaner stellten Nordkorea unüberwindbare Forderungen – einseitige bedingungslose Abrüstung, was für Nordkorea absolut inakzeptabel sei.

    „Jetzt versucht Putin, dieses Problem zu lösen. Einerseits, um die Sicherheit auf der koreanischen Halbinsel zu stärken. Andererseits, um dazu beizutragen, dass jeder Schritt von Pjöngjang in Richtung Abrüstung die Aufhebung einiger US-Sanktionen garantiert.“ Der Experte sieht da ein Potenzial, weil die an Korea grenzenden Länder an dem Friedensprozess interessiert seien.

    Gleichzeitig sollte klar sein, dass die Verhandlungen kein sofortiges Ergebnis bringen werden – man müsse bedenken, dass dies Ostasien ist und Verhandlungen hier ein langer Prozess sind.

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    Tags:
    Ankunft, Staatschef, Treffen, Kim Jong-un, Donald Trump, Wladiwostok, Koreanische Halbinsel, Asien, Nordkorea, USA, Russland