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    „Für Europa reicht’s“: Sonneborn und Semsrott starten EU-Wahlkampf für „die PARTEI“

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    Bolle Selke
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    © Sputnik .

    Mehr Demokratie für die EU, weniger Korruption, weniger Steuerwettbewerb und einen Stopp der zunehmenden Militarisierung. Mit diesen Forderungen wollen die Spitzenkandidaten von die PARTEI Martin Sonneborn und Nico Semsrott zwei Sitze im EU-Parlament bei der Wahl am 26. Mai erringen. Ihr Wahlslogan lautet: „Für Europa reicht’s“.

    „Mein Plan ist es, Kommissionspräsident zu werden“, sagt der Kabarettist und selbsternannte „Demotivationstrainer“ Nico Semsrott bei der Eröffnung des EU-Wahlkampfes der Partei „die PARTEI“ (Partei für Arbeit, Rechtsstaat, Tierschutz, Elitenförderung und basisdemokratische Initiative). „Ich möchte Manfred Weber verhindern. Und wenn ich dann Kommissionspräsident bin, dann möchte ich in Europa die Demokratie einführen, notfalls gegen die Mehrheit der Wählerinnen und Wähler.“ Die Posten habe man mit Schere, Stein, Papier ermittelt. Bundesparteivorsitzender und EU-Abgeordneter Martin Sonneborn habe verloren. „Ich werde der neue Chulz“, sagte er in Bezug auf den ehemaligen Präsident des Europäischen Parlaments Martin Schulz.

    14 Prozent hinter der SPD

    Laut Umfragen des Meinungsforschungsinstituts Insa liegt „Die Partei“ derzeit bei zwei Prozent, und damit, wie sie gerne betont, nur noch 14 Prozent hinter der SPD.

    Um besser auf die Bedürfnisse der Wähler eingehen zu können, gibt es auf der Homepage der Partei einen Wahlprogrammgenerator mit dem sich Interessierte ein eigenes Programm zusammenstellen können. Schon zur Bundestagswahl 2017 warb „die PARTEI“ mit dem Slogan „Inhalte überwinden“ und überhaupt, wem sollte es nicht gefallen, wenn die Hauptstadt Europas nach einem selbst benannt wird.

    „Mehr Verständigung nach Osten“

    Im Sputnik-Interview erklärt Sonneborn, der bereits viereinhalb Jahre für seine Partei im EU-Parlament sitzt, dass man auf mehr Verständigung nach Osten setzen sollte:

    „Ich frage mich immer, warum wir auf einem Kontinent, auf dem wir zusammenleben, nicht einfach Handel betreiben, statt gegeneinander aufzurüsten. Trump will natürlich aus ökonomischen Interessen seine Flugzeuge und verschiedenes Anderes nach Europa verkaufen. Diese Zweiprozenthürde, die immer verlangt wird, ist absurder Quatsch. Man sollte lieber eine Sozialquote einführen.“

    Um auf die zunehmende Militarisierung der EU aufmerksam zu machen, habe man sich auch entscheiden Parteimitglieder als Kandidaten aufstellen, die dieselben Nachnamen wie bekannte Nationalsozialisten tragen, beispielsweise Göbbels (Im Original eigentlich: Goebbels), Göring, Speer und Eichmann.

    „Politik von der Pike auf gelernt“

    Bei den jungen Leuten wolle er sich als Mitglied des EU-Parlaments entschuldigen:

    „Wir machen einerseits mit Artikel 17 (vormals 13) das Internet kaputt, andererseits das Klima. Wenn wir das Internet kaputt machen, müssen die Leute raus an die frische Luft, wenn das Klima dann auch noch kaputt ist, dann ist das natürlich fatal. Insofern hier auch noch einmal: `Tschuldigung!“

     

    ​Gegen den Vorwurf unprofessionelle Politik zu machen, wehrt sich der ehemalige „Titanic“-Chefredakteur vehement. Man habe Politik schon von der Pike auf gelernt:

    „Ich habe früher viele Wahlkämpfe auch für andere Parteien gemacht, ohne dass sie das wussten, oder wollten. Wir haben in Bayern SPD-Wahlkämpfe gemacht und sind mit großen Lastwagen herumgefahren: ‚Wir geben auf. SPD‘. Wir haben antisemitische und pornoorientierte Wahlkämpfe für die FDP durchgeführt – in Eisenach in der Zone – als die damals mit einem Porno-Starlet antraten und mit Möllemann so ein bisschen antisemitische Tendenzen bedienten. Und wir haben für die CDU ausländerfeindliche Wahlkämpfe in Frankfurt geführt, als ‚Hessen-Hitler‘ Roland Koch – die Älteren werden sich erinnern – damals so einen ausländerfeindlichen Wahlkampf begann. Wir haben Politik von der Pike auf gelernt und das sieht zwar komisch aus von außen, ist aber durchaus ernst seit Jahrzehnten. Darauf gebe ich mein Ehrenwort.“

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    Sonneborn und Semsrott starten EU-Wahlkampf für „die PARTEI“

    Über seine bisherige Zeit im EU-Parlament hat Martin Sonneborn das Buch „Herr Sonneborn geht nach Brüssel: Abenteuer im Europaparlament“ geschrieben. Es  ist im Verlag „Kiepenheuer & Witsch“ erschienen.

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