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    Russlands UN-Botschafter Wassili Nebensja bei der Sitzung des Sicherheitsrates in New York (Archivbild)

    Provokation nach Lehrbuch? Russischer UN-Diplomat kontert ironisch deutsche Stichelei

    © Sputnik / Nancy Siesel
    Politik
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    Zwischen dem russischen UN-Botschafter Wassili Nebensja und seinem deutschen Kollegen Christoph Heusgen ist es erneut zu einem interessanten Wortwechsel gekommen: Bei einer Sitzung des UN-Sicherheitsrats sprachen die beiden über die russische Diplomatie und was angeblich in russischen Diplomatie-Lehrbüchern steht.

    Am Donnerstag fand in New York eine Sitzung des UN-Sicherheitsrats statt anlässlich der Entscheidung des russischen Präsidenten Wladimir Putin, die Einbürgerung der Einwohner einzelner Gebiete der selbsterklärten Republiken Lugansk und Donezk zu erleichtern.

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    Heusgen, der derzeitige Präsident des Sicherheitsrates, betonte bei seiner Rede, er habe die russische Diplomatie stets bewundert. Daraufhin verwies er aber auf einen „Unterschied“  zwischen der deutschen und der russischen Diplomatie.

    Im deutschen Außenministerium sei es nämlich üblich, so Heusgen, denjenigen Staatschefs, mit denen sich man nicht gut verstehe, oder neuen, vielleicht gar unerfahrenen Präsidenten „rhetorische Blumen“ zu schicken. Russland hätte dem neuen ukrainischen Präsidenten ebenfalls solche „Blumen“ schicken können, betonte der deutsche Spitzendiplomat.

    „Das steht aber nicht in den Lehrbüchern von MGIMO (das Staatliche Moskauer Institut für Internationale Beziehungen – Anm. d. Red.).“, führte Heusgen fort. „In den Lehrbüchern von MGIMO heißt es, wenn ein neuer unerfahrener Staatschef kommt, soll man versuchen, diesen einzuschüchtern und zu provozieren, ihn zu überrumpeln.“ 

    Das sei die russische Lehrbuch-Diplomatie: Die Älteren erinnerten sich noch, so Heusgen, wie Nikita Chruschtschow den neu gewählten US-Präsidenten John F. Kennedy provoziert habe.

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    Ein anderer wichtiger Teil der russischen Diplomatie sei es, „sich keinen Augenblick für Zynismus entgehen zu lassen“. Putin habe seinen Donbass-Erlass am 24. April, dem internationalen Tag des Multilateralismus unterzeichnet. Damit habe Moskau seine Missachtung der internationalen Ordnung demonstriert.

    Der russische UN-Botschafter blieb Heusgen eine Antwort auf dessen Sticheleien aber nicht schuldig. „Wie konnten Sie denn unser geheimes diplomatisches Lehrbuch auftreiben? Sie haben ja praktisch daraus zitiert“, sagte Nebensja ironisch. Er erkenne den Satz aus seinen Studentenjahren wieder. „Genau so steht es dort. Ich werde Ihnen später erzählen, was dort noch steht.“

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    Tags:
    New York, UN-Sicherheitsrat, MGIMO-Universität, Diplomatie, Donbass, Ukraine, Deutschland, Russland