12:57 19 Juni 2019
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    Bau der Nord-Stream-2-Pipeline (Archivbild)

    „Nicht mit Deutschlands Zukunft spielen“: Schwesig kritisiert Webers Haltung zu Nord Stream 2

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    Politik
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    Die Ministerpräsidentin von Mecklenburg-Vorpommern, Manuela Schwesig (SPD), hat gegenüber dem deutschen Fernsehsender ZDF Manfred Weber, CSU-Politiker und Spitzenkandidat der Europäischen Volkspartei (EVP) für die Europawahl, wegen seiner Ablehnung des Pipeline-Projekts Nord Stream 2 scharf kritisiert.

    Schwesig bezeichnete dem Sender zufolge das Vorgehen von Weber gegen Nordstream 2 als „weder energiepolitisch verantwortlich und auch nicht wirtschaftspolitisch“. Die Töne, die Weber jetzt im Wahlkampf anschlage, seien weniger hilfreich.

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    Gaspipeline in der Ukraine (Archiv)
    © Sputnik / Alexandr Mazurkewitsch
    Mecklenburg-Vorpommern will laut Schwesig, wie auch ganz Deutschland, 2038 weder Atomenergie noch Braunkohle und Steinkohle haben. Es sei nötig, auf andere Energieformen umstellen, vor allem auf erneuerbare Energien.

    „Dann brauchen wir die Gasversorgung als längere Übergangslösung. Wir sollten hier nicht mit der Zukunft unseres Landes spielen“, zitiert die Webseite des Senders die Politikerin.

    >>>Mehr zum Thema: Weber im Wahlkampfwahn: Nord Stream 2 AG holt zum Gegenschlag aus<<<

    Sie betonte, dass Deutschland das Projekt Nord Stream 2 seit vielen Jahren  unterstütze. Dass Weber den Deutschen über eine polnische Zeitung seine Ablehnung des Projekts wissen lasse, sei „sehr befremdlich“. Schwesig zufolge ist das „ein Wahlkampfmanöver auf Stimmenfang in anderen Ländern und das auf Kosten unseres eigenen Landes“.

    Manfred Weber hatte in einem Interview mit der polnischen Zeitung „Polska Times“ versprochen, den Bau von Nord Stream 2 zu blockieren, sollte er zum Chef der EU-Kommission gewählt werden. Aus der Sicht des CSU-Politikers widerspricht Nord Stream 2 europäischen Interessen, weil diese Pipeline die Abhängigkeit Europas von russischen Energieträgern vergrößere.

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    Nord Stream 2 ist das Projekt einer Gaspipeline, die aus Russland über den Meeresgrund der Ostsee direkt nach Deutschland führt. Bis Ende 2019 ist die Inbetriebnahme der Pipeline geplant, deren Kapazität 55 Milliarden Kubikmeter Gas pro Jahr erreichen soll.

    Das Projekt wird von der Nord Stream 2 AG umgesetzt. Der russische Gasgigant Gazprom verfügt über 51 Prozent der Aktienanteile. Die führenden deutschen Energieunternehmen Wintershall Holding GmbH und PEGI/E.ON sind mit jeweils 15,5 Prozent beteiligt, die niederländische N.V. Nederlandse Gasunie und der französische Energieversorger Engie mit jeweils neun Prozent.

    >>>Weitere Sputnik-Artikel: Lawrow beschwert sich über brüske US-Einmischung in Nord Stream 2<<<

    Für Deutschland ist das Pipeline-Projekt besonders bedeutend, da die Bundesregierung den Ausstieg aus Atom- und Kohlekraftwerken bis 2038 beschlossen hat.

    Die Europawahl 2019 ist die neunte Direktwahl zum Europäischen Parlament. Sie findet vom 23. bis 26. Mai 2019 in den Mitgliedstaaten der Europäischen Union statt, in Deutschland und Österreich am 26. Mai 2019.

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    Tags:
    Wirtschaft, Energiemarkt, Energie, Erdgas, Gas, Pipeline-Projekt Nord Stream 2, Nord Stream AG, Nord Stream-2, Nord Stream 2, Russland, Europa, EU, Deutschland