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10:11 12 November 2019
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    Bundesminister für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, Gerd Müller (Archiv)

    Russland ist wichtigster Partner bei internationaler Kooperation

    © AFP 2019 / Gregor Fischer / DPA
    Politik
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    Der Besuch von Bundesminister Gerd Müller in Russland hat gezeigt, dass Russland und Deutschland ungeachtet der politischen Schwierigkeiten ein gutes Potenzial haben, um die Zusammenarbeit voranzubringen. Wesentliche Themen brauchen internationale Kooperation und Russland ist da der wichtigste Partner.

    Wenn man über die Zusammenarbeit spreche, müsse man immer zwischen Politik und Wirtschaft sowie Gesellschaft unterscheiden. Gerade auf der politischen Ebene sei es derzeit schwierig, aber der Besuch des Bundesministers für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, Gerd Müller, in Russland habe gezeigt, dass es auf dieser Ebene gute Kontakte gebe, um die deutsch-russische Zusammenarbeit voranzubringen, äußerte  Stephan Kohler, Geschäftsführer der EnergyEfficiencyInvest-Eurasia GmbH, im Gespräch mit Sputnik.

    „Auf der wirtschaftlichen Ebene können wir feststellen, dass sich deutsche Unternehmen sehr stark in Russland engagieren. Deutsche Firmen investieren in Russland in allen Bereichen. Daimler hat ein neues Werk in Russland gebaut, auch im Agrarsektor haben wir gute Zusammenarbeit bei bestimmten Projekten. Ich finde sehr gut, dass jetzt auch unser Entwicklungsminister Gerd Müller nochmal betont hat, dass die Zusammenarbeit beim Thema Klimaschutz, Nachhaltigkeit und Welternährung verstärkt werden soll. Das sind wesentliche Themen, die ein Land allein für sich nicht lösen kann, sondern wo wir eben internationale Kooperation benötigen, und Russland ist da der wichtigste Partner“, sagte Kohler gegenüber Sputnik.  

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    Dass Russland den Pariser Klimavertrag noch 2019 ratifizieren werde, sei von großer Bedeutung, betonte der Experte. Russland habe als flächengrößtes Land der Welt beim Klimaschutz eine wichtige Funktion – in der Landwirtschaft, in der Waldwirtschaft, aber auch als Land, das klimarelevante Rohstoffe habe: Erdgas und Erdöl.

    „Da benötigt man Russland bei internationaler Kooperation, um gemeinsame Lösungen zu entwickeln. Russland hat ein Riesenpotenzial, um regenerative Energiequellen zu nutzen, ob es Biomasse, Sonnenenergie, Windenergie oder Wasserkraft sind“, merkte der Ex-Chef der Deutschen Energieagentur DENA an.  

    Laut dem russischen Vize-Regierungschef Alexej Gordejew plant Russland, bis 2025 seine Emissionen auf 75 Prozent des Standes von 1990 zu reduzieren. Kohler wies darauf hin, dass beim Erreichen von Klimazielen die Energieeffizienz eine wichtige Rolle spiele. Es gebe neue Technologien, die zur Reduktion der CO2-Emissionen beitragen würden. Deutschland mache seit 2000 intensiv Energiewende und habe viele Erfahrungen nicht nur im technologischen Bereich. Es könnte seine Erfahrungen mit Russland teilen.

    „Aber Europa benötigt auch Russland. Deutschland bzw. Europa bezieht viel Erdgas und Öl aus Russland. Wir sind darauf angewiesen, dass Russland neue Wege geht und direkt an der Bohrstelle, wo das Erdgas aus dem Boden gefördert wird,  CO2 abschaltet, um dann praktisch einen CO2-freien Energieträger zu haben.“ 

    Auch beim Recycling könne man gemeinsame Projekte starten. Wenn man über die ganze Diskussion über die Einführung der Elektromobilität spreche, sei es unbedingt notwendig, dass die Rohstoffe wieder verwendet werden könnten. Kooperation könnte solche Verfahren entwickeln, weil Deutschland in diesem Bereich auch am Anfang stehe. Kernpunkte seien, dass man in der Abfallwirtschaft durch Recycling Rohstoffe und Energie einsparen könnte, betonte Kohler.

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    Tags:
    Besuch, Gerd Müller, Energie, Recycling, Klimaschutz, CO2, Kooperation, Deutschland, Russland