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11:47 20 Oktober 2019
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    Venezuelas Oppositionschef Juan Guaido (Archivbild)

    Experte: USA wagen noch keine Invasion in Venezuela

    © REUTERS / Manaure Quintero
    Politik
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    Der Hauptkampf zwischen Regierung und Opposition in Venezuela im Zuge einer neuen Konfrontationsspirale wird sich nach Ansicht des Experten vom Russischen Institut für strategische Studien, Igor Pschenitschnikow, im Bereich der Massenmedien und der sozialen Netzwerke entwickeln. Ihm zufolge werden die USA noch keine militärische Invasion wagen.

    Am Dienstag hat der venezolanische Oppositionschef Juan Guaidó, der sich illegitim zum Präsidenten ernannt hatte, das Volk und die Armee Venezuelas aufgerufen, auf die Straßen zu gehen, um die Operation „Freiheit“ zum Sturz von Staatschef Nicolás Maduro zu vollenden.

    Wie Venezuelas Medienminister Jorge Rodriguez dazu äußerte, würden die Behörden Maßnahmen gegen eine Gruppe von Militärs ergreifen, die einen Staatsstreich im Land vollziehen wollten. Verteidigungsminister Vladimir Padrino López sagte seinerseits, dass die Armee auf der Seite der legitimen Behörden stehe und die Situation in allen Militärstützpunkten ruhig sei.

    Im Gespräch mit Sputnik sagte Pschenitschnikow: „Es ist klar, dass Guaidó ein weiteres Mal versucht, den vor mehreren Monaten begonnenen und ins Stocken geratenen Staatsstreich in eine aktive Phase überzuleiten. Klar ist auch, dass dies auf direkte Weisung der USA getan wird, die in eine für sie unvorteilhafte politische Situation geraten sind – Washington spricht von den letzten Tagen von Präsident Maduro, während Maduro trotz alledem die Situation unter seiner Kontrolle hält und das Militär ihm gegenüber loyal ist.“

    Guaidó erkläre mit Hilfe moderner Technologien und sozialer Netzwerke, es sei ein entscheidender Moment angebrochen und er halte sich bei den wichtigsten Truppeneinheiten auf. „Diese spritzigen Erklärungen werden schon als ein Sieg der Putschisten dargestellt. Das ist schon ein ernst zu nehmender Informationskrieg, ein versuchter Staatsstreich unter Anwendung moderner Informationstechnologien. Diese Erklärungen werden von örtlichen Bloggern und von führenden europäischen, darunter auch spanischen, Medien verbreitet, wobei der falsche Eindruck, dass die legitime Macht in Venezuela kurz vor einem Zusammenbruch sei, gestärkt wird,“ so der Experte.

    Pschenitschnikow merkte an, dass die venezolanische Regierung ebenfalls eine Informationsarbeit führe. Er betonte unter Berufung auf den Medien- und den Verteidigungsminister, bei den Putschisten handle es sich um eine kleinere Gruppe von Militärs, die von einem Übergang der Armee zur Opposition sprächen. Dabei sei die Lage in den Militärstützpunkten und Kasernen Armee-Meldungen zufolge ruhig.

    Nach Meinung des Experten kommt es bei dieser äußerst gefährlichen Entwicklung vor allem darauf an, wie die verfeindeten Seiten moderne Informationstechnologien nutzen würden.

    Auf die Haltung Washingtons eingehend, sagte der Experte: „Es ist klar, dass die USA nicht länger warten wollen und Guaidó zu entschlossenen Handlungen drängen – in der Erwartung, dass die Verschärfung der inneren Situation diesmal zum Fall der Regierung Maduro führen wird.“

    Danach gefragt, ob jetzt eine militärische Intervention der USA möglich sei, sagte Pschenitschnikow: „Die USA sagen immer, dass ein militärisches Szenario stets parat sei. Aber sie sind nicht dumm und berechnen die Situation im Voraus.“

    „Es ist auch verständlich, dass ein Scheitern der direkten Einmischung der USA in Venezuela die Karriere von (US-Präsident Donald) Trump und seiner Umgebung durchkreuzen würde. (…) Ich denke, die Amerikaner werden ihre Arbeit durch Vermittlung seitens der inneren Opposition fortsetzen und die Situation innerhalb des Landes bis zum Äußerten anspannen, um eine spontane soziale Explosion zu provozieren. Jetzt aber wird nur mit Massenmedien und modernen Informationstechnologien gearbeitet“, sagte der Experte abschließend.

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    Tags:
    Technologien, Experte, USA, Informationskrieg, Invasion, Venezuela