17:59 20 Juni 2019
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    Röhre für die Nord Stream 2 - Pipeline

    Nord Stream 2: US-Energieminister verdeutlicht, warum sich USA querstellen

    © Foto : Nord Stream 2 / Thomas Eugster
    Politik
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    Die USA lehnen laut dem US-Energieminister Rick Perry den Bau der Gaspipeline Nord Stream 2 ab, weil diese Europa noch abhängiger von russischem Gas machen und es Moskau zudem erlauben wird, Druck auf europäische Staaten auszuüben.

    „Wir sind dagegen, dass die Energielieferungen als Druckmittel gegen andere Länder eingesetzt werden“, sagte Rick Perry auf einer Konferenz in Brüssel. Aus diesem Grund würden sich die USA gegen die Pipeline-Projekte Nord Stream 2 sowie Turkish Stream aussprechen, sagte der US-Energieminister.

    Dabei spielte er darauf an, dass Moskau die Energielieferungen politisch instrumentalisieren könnte: Perry zufolge werden die beiden Gasleitungen bedeuten, dass Europa das Gas aus einem einzigen Land beziehen wird, was seine Energieabhängigkeit erhöhen wird.   

    „Elf europäische Länder sind derzeit auf russisches Gas angewiesen, dabei deckt es bis zu 75 Prozent ihrer gesamten Importe ab“, sagte Perry weiter.

    Der US-Energieminister äußerte Befürchtungen, dass sich durch das Nord-Stream 2-Projekt die Energiepräsenz Russlands in Westeuropa erhöhen werde, was es Moskau wiederum ermöglichen werde, die europäische Außenpolitik zu beeinflussen.   

    >> Weitere Sputnik-Artikel: Nord Stream 2: Slowakei wettert gegen Gasleitung

    Deutschland dementierte jedoch stets diese Einschätzungen aus den USA. Bundeskanzlerin Angela Merkel verwies beispielsweise wiederholt darauf, dass das Nord Stream 2-Projekt rein kommerziell und nicht gegen bestimmte Länder gerichtet sei. Dennoch müsste man die Bedenken der Ukraine beachten.

    Die Transiteinnahmen sollten für Kiew weiter gewährleistet werden.

    Auch der deutsche Außenminister Heiko Maas betonte mehrfach, dass Nord Stream 2 ein kommerzielles Projekt sei. Kein Land würde von einem Abbruch des Projektes profitieren.

    Auch Moskau unterstreicht, dass es sich bei Nord Stream 2 um ein rein wirtschaftlcihes Projekt handele, das die Energiesicherheit ganz Europas nur erhöhen werde.

    Der erfolgreiche Abschluss des Projektes werde nicht bedeuten, dass der Transit des russischen Gases durch die Ukraine in die EU gestoppt werde.

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    Tags:
    Energielieferungen, Westeuropa, Nord Stream 2, Gas