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23:08 20 Oktober 2019
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    Ukrainische Soldaten im Gebiet Donezk (Archivbild)

    Ukraine: Armee will Donbass-Ortschaften erobert haben – Milizen dementieren

    © Sputnik / Maxim Blinov
    Politik
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    Ungeachtet des Minsker Abkommens bekennt sich das ukrainische Militär zu einer schleichenden Offensive im abtrünnigen Donbass im Osten des Landes und will weitere Ortschaften unter seine Kontrolle gebracht haben. Die Milizen, die die Gegend kontrollieren, bestreiten das. Der international vermittelte Friedensplan schreibt eigentlich eine Pufferzone zwischen den Konfliktparteien vor.

    Seit Beginn der „Operation der vereinten Kräfte“ vor einem Jahr habe die Regierungsarmee „rund 24 Quadratkilometer Territorium, darunter drei Ortschaften (Wilni, Piwdenne und Schumi) zurückgewonnen“, erklärte General Sergej Najew, der Kommandeur der ukrainischen Truppen im Donbass, am Donnerstag auf Facebook

    Darüber hinaus habe das Militär rund 4576,7 Hektar Flächen auf explosive Gegenstände untersucht, rund 252 Kilo Sprengstoff sichergestellt sowie „Vermögenswerte im Wert von 274 Millionen Hrywnja (ca. neun Millionen Euro – Red.), die illegal genutzt wurden, zugunsten des Staates konfisziert“.

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    Die Volksmiliz der international nicht anerkannten „Donezker Volksrepublik“, die seit fünf Jahren für ihre Unabhängigkeit von Kiew kämpft, wies diese Informationen als falsch zurück.

    „Die Einheiten der Volksmiliz halten sicher ihre Stellungen“, teilte ein Sprecher auf Sputnik-Anfrage mit. Das Statement des ukrainischen Generals bezeichnete er als „Selbst-PR“.

    Vor einem Jahr hatte der ukrainische Präsident Petro Poroschenko die „Antiterroroperation“ im Donbass, die davor vier Jahre gedauert und mindestens 10.000 Menschenleben gefordert hat, in eine „Operation der vereinten Kräfte“ umgetauft.

    Der Konflikt im Osten der Ukraine schwelt seit April 2014. Die ukrainische Regierung hatte Truppen in die östlichen Kohlefördergebiete Donezk und Lugansk geschickt, nachdem diese den nationalistischen Staatsstreich in Kiew nicht anerkannt und unabhängige „Volksrepubliken“ ausgerufen hatten. Formell gilt in der Region Waffenstillstand, der von beiden Seiten jedoch verletzt wird.

    Der zuletzt 2015 in Minsk vereinbarte Maßnahmenplan (Minsk II) zur Befriedung des Konfliktes ist immer noch nicht umgesetzt worden. Insgesamt sind mindestens 13.000 Menschen seit Konfliktbeginn laut UN-Angaben bei Gefechten zwischen Militär und Milizen ums Leben gekommen.

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