23:29 24 Oktober 2020
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    Russland will seinen Kampf gegen HIV verschärfen. Das russische Gesundheitsministerium nimmt nun sogenannte HIV-Leugner ins Visier und will die Verbreitung von falschen Informationen zu der Krankheit verbieten lassen. Der entsprechende Gesetzentwurf wurde vor wenigen Tagen veröffentlicht.

    Die öffentliche Diskussion über den Gesetzentwurf hat Ende April begonnen und soll Medienberichten zufolge bis zum 3. Juni dauern. Das Dokument sieht das Verbot der Verbreitung von „Falschinformationen“ über die Auswirkung der HIV-Infektion auf die Gesundheit der Menschen vor.

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    Zu diesen Falschinformationen gehören laut dem russischen Gesundheitsministerium die Leugnung der Existenz des HIV-Virus und des Zusammenhangs zwischen HIV und AIDS sowie die Leugnung von effektiven Vorbeugungs– und Behandlungsmitteln für HIV.

    Dazu gehören auch jegliche Aufrufe, sich der Diagnostizierung, Vorbeugung und Behandlung der HIV-Infektion zu entziehen.

    Noch ist es aber unklar, welche Strafen von dem Gesetzesentwurf vorgesehen werden. Sollte der Gesetzesvorschlag angenommen werden, kann die russische Staatsanwaltschaft künftig die Fälle von Desinformation melden und sie verbieten lassen.   

    Das Gesundheitsministerium warnt vor gravierenden Folgen durch die Leugnung von HIV: „Schwangere Frauen, die die Existenz von HIV bestreiten, lehnen eine Chemoprophylaxe ab. Nach der Geburt des Kindes verweigern sie außerdem ärztliche Untersuchungen und die Behandlung der HIV-Infektion, was zu einem Anstieg der Zahl der HIV-erkrankten Kinder und zu einer hohen Sterblichkeit unter ihnen führt.“

    Anfang April hatte das Zentrum für HIV-Bekämpfung der russischen Aufsichtsbehörde Rospotrebnadzor berechnet, dass mehr als eine Million Menschen in Russland HIV-positiv infiziert sind. Bis Ende 2018 seien mehr als 318.000 von ihnen gestorben – also fast ein Viertel aller registrierten HIV-Fälle.

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    Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) waren 2017 weltweit 36,9 Millionen Menschen an HIV oder AIDS erkrankt. Dabei sollen sich 25 Prozent ihrer Krankheit nicht bewusst sein. Im selben Jahr seien 940.000 Menschen an HIV-bezogenen Krankheiten gestorben.

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    Tags:
    Gesundheitsministerium, Ärzte, Behandlung, AIDS, Krankheit, HIV