21:53 14 Dezember 2019
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    Auseinandersetzungen während der Maidan-Proteste

    Tote auf dem Maidan 2014: Staatsanwaltschaft will Poroschenko befragen

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    Politik
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    Die ukrainische Staatsanwaltschaft hat den amtierenden Präsidenten Petro Poroschenko zu einer Befragung vorgeladen. Dies teilt die Nachrichtenagentur „Ukrainski Nowini“ am Montag unter Berufung auf einen Vertreter der Behörde mit.

    Es geht um die Toten bei den Demonstrationen auf dem Maidan-Platz im Jahr 2014. Der ukrainische Staatschef soll am kommenden Dienstag vor der Staatsanwaltschaft als Zeuge aussagen.

    Poroschenko hatte zuvor bei einer Rede behauptet, er habe während des sogenannten „Euromaidans“ im Jahr 2014 die Leichen der Getöteten selbst vom Platz getragen und den Verletzten geholfen.

    >>>Weitere Sputnik-Artikel: Schüsse in den Hinterkopf: Wer für die Maidan-Toten verantwortlich ist<<<

    Der ukrainische Politiker Oleg Zarjow, der sich an den Demos aktiv beteiligt hatte, widerspricht dem ukrainischen Präsidenten: Poroschenko habe keine Leichen wegtragen können, weil er sich auf dem Euromaidan äußerst selten blicken lassen habe. Er habe zudem lange gebraucht, um sich für eine Seite zu entscheiden.

    Nach Angaben des ukrainischen Gesundheitsministeriums kamen bei den Protestaktionen in Kiew vom 30. November 2013 bis zum 14. April 2014 insgesamt 106 Menschen ums Leben, die meisten von ihnen Zivilisten. Bis heute wurden die tödlichen Schüsse auf die Menschenmenge und auf Polizisten nie vollständig aufgeklärt.

    Die neue Führung in Kiew machte damals sofort die Polizei und die Spezialeinheit Berkut für die Tötungen verantwortlich: Diese hätten auf Befehl des Ex-Präsidenten Wiktor Janukowitsch auf Demonstranten geschossen.

    Dass bei den Protesten auch Polizisten erschossen wurden, wird in den Medien oft unter den Teppich gekehrt: Nach Angaben des ukrainischen Innenministeriums wurden 13 Beamte getötet, 189 weitere erlitten Schussverletzungen.

    Diese Tatsache nährt den Verdacht, dass das Blutbad gezielt provoziert worden sein könnte. Im Jahr 2015 hatte der britische Sender BBC Aussagen eines der Protestler veröffentlicht, der nach eigenen Angaben auf die Menschen auf dem Maidan-Platz vom nahegelegenen Konservatorium aus geschossen hatte. Er sei zuvor von einem pensionierten ukrainischen Offizier angesprochen worden, der ihn als potenziellen Schützen habe anheuern wollen.

    >>>Weitere Sputnik-Artikel: „Nicht schießen! Wir sind welche von euch“: Was Kiew in puncto Maidan verschweigt<<<

    Im Februar 2018 hatte Sputnik ein Exklusiv-Interview mit mutmaßlichen Scharfschützen des „Euromaidans“ veröffentlicht. Diese kommen aus Georgien und behaupten, von den „Maidan“-Anführern Befehle erhalten zu haben. Es geht sogar noch weiter: Es soll ihnen zufolge die Anordnung gegeben haben, nicht nur auf Polizeibeamte, sondern auch auf Protestierende zu schießen, um die Menschenmenge aufzubringen und eine politische Krise zu provozieren.

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    Tags:
    Polizei, Staatsanwaltschaft, Schüsse, Tote, Demonstration, Proteste, Euromaidan, Maidan, Petro Poroschenko, Ukraine