04:39 15 November 2019
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    Russlands Eisbrecher in der Arktis (Archivbild)

    Arktis und Geopolitik: Ein Dialog der Militärs und Politiker ist erforderlich

    © Sputnik / Walerij Melnikow
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    Sicherheitsfragen in der Arktis diskutierten Experten am Runden Tisch, der von der Münchner Sicherheitskonferenz am 7. Mai im finnischen Helsinki veranstaltet wurde. Die Veranstaltung fand parallel zur Ministerkonferenz des Arktischen Rats in Rovaniemi statt und brachte Vertreter arktischer Länder zusammen – Politiker, Militärs, Wissenschaftler.

    Auf der Tagesordnung stand die Frage, ob der Arktische Rat mit Sicherheitsfragen überlastet werden muss oder ob es notwendig ist, sich mit Klima, Umweltschutz, Lebensweise indigener Völker usw. zu befassen.

    „Angesichts der geopolitischen Veränderungen muss man jedoch darüber nachdenken, den Dialog durch das Militär wiederherzustellen. Zumindest sagten die russischen Teilnehmer, dass das Format der Treffen der Generalstabschefs der Länder der Arktis notwendig sei, und in diesem Sinne ist der Ball auf der Seite der westlichen Partner “, sagte der Diskussionsteilnehmer Prof. Nikita Lomagin, Rektor an der Europa-Universität in St. Petersburg, im Gespräch mit Sputnik.

    Laut dem Politologen versuchen westliche Kollegen, die nicht damit einverstanden sind, dass Russland die Nordseeroute als nationale Transportroute ansieht, eine Kompromissoption vorzuschlagen – die Normen der Montreux-Kommission zur Regulierung der Schifffahrt in der Schwarzmeerstraße in Bezug auf die Nordostpassage zu verwenden. Insbesondere, wenn die Arktis in Zukunft vom Eis befreit sein wird (und nach allen Prognosen wird dies in den 40er Jahren des 21. Jahrhunderts geschehen), wird Russland die gleichen Rechte haben, die Meerengen zu durchqueren wie die Türkei. Und dementsprechend werden auch andere Küstenstaaten bestimmte Rechte haben.

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    „Es ist klar, dass es in dieser Frage gravierende Meinungsunterschiede gibt. Mehrere Teilnehmer der Diskussion sagten, man dürfe nicht vor dem Wagen laufen, man müsse sich in erster Linie auf die UN-Seerechtskonvention und den entsprechenden Artikel 234 stützen. Grundsätzlich entspricht Russlands Position bezüglich der Nordostpassage voll und ganz den Normen des Völkerrechts“, betonte der Universitätsprofessor.

    Der Präsident von Finnland, Sauli  Niinistö, und Außenminister Timo Soini bekräftigten die Bereitschaft Finnlands, die acht arktischen Staaten zu einem Gipfeltreffen zu empfangen, um Sicherheitsfragen zu erörtern. Dies sei wahrscheinlich der richtige Weg, so der Experte, um eine Reihe von Themen zu erörtern, ohne die Agenda des Arktischen Rates mit Sicherheitsfragen zu belasten.

    Am Runden Tisch wurde auch ein Thema diskutiert, wie Erfahrungen der arktischen Regionen den europäischen Metropolen vermittelt werden können. Viele promovierte Menschen leben in Großstädten, haben jedoch kein Können, unter extremen Bedingungen zu leben und zu überleben. Die Realien des Lebens im Norden und in den Hauptstädten sind völlig unterschiedlich. Aber die  Entscheidungen darüber, wie man im Norden leben muss, werden allerdings in den Hauptstädten getroffen.

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    Laut Lomagin war das Format des Expertentreffens in Helsinki gut gewählt, es gab viele ernsthafte und offene Diskussionen. „Es ist klar, dass ein Dialog zwischen Militär und Politik in der Arktis notwendig ist. Die Münchener Sicherheitskonferenz ist eine der wenigen Plattformen, wo solche Themen angesprochen werden “, so das Fazit des Politologen.

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    Tags:
    Münchner Sicherheitskonferenz, Nordostpassage, Russland, Sicherheit, Geopolitik, Arktis