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08:50 18 August 2019
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    Kiew (Archivbild)

    Auf dem Weg in den Zerfall? Rada-Abgeordneter über Situation um Ukraine besorgt

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    Politik
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    Der Ukraine droht ein Zerfall nach dem Jugoslawien-Leitszenario, sagte der ukrainische Parlamentsabgeordnete Jewgeni Murajew im Fernsehsender „Nasch“.

    Seiner Meinung nach ist die Ukraine heute mit einer Riesenbedrohung konfrontiert. „Wir können einfach in Stücke gerissen werden: Die Ungarn können sich Transkarpatien aneignen und die Rumänen werden Bukowina und Bessarabien und die Polen Galizien in ihren Besitz nehmen wollen“, sagte Murajew. Er schloss dabei nicht aus, dass Russland Interesse an der zwischen der Krim und dem Festland gelegenen Landenge von Perekop zeigen könnte.

    Als ein Beispiel dafür nannte der Abgeordnete „verstärkte Aktivitäten“ Rumäniens in Odessa. „Sie handeln über ihre Botschaft und spenden Geld an Kirchen“, sagte Murajew.

    Der Abgeordnete kommentierte ferner die Reaktion der ukrainischen Behörden auf die Entscheidung Russlands, den Erwerb der russischen Staatsangehörigkeit durch die Donbass-Bewohner zu erleichtern.

    Der russische Präsident Wladimir Putin hatte im April per Erlass ein erleichtertes Verfahren zum Erwerb der Staatsbürgerschaft Russlands für die Donbass-Bewohner angeordnet. Laut Putin sei dieser Schritt von humanitären Erwägungen diktiert worden. Denn die Situation um die Bürgerrechte der Bewohner der Donezker und der Lugansker Volksrepublik überschreite alle Grenzen. Putin merkte an, dass eine solche Herangehensweise auch in anderen Ländern üblich sei, so in Polen, Ungarn und Rumänien.

    Wie der russische UN-Botschafter Wassili Nebensja dazu äußerte, hatten Hundertausende Einwohner der beiden Republiken noch vor der Herausgabe des genannten Präsidentenerlasses um die russische Staatsbürgerschaft gebeten.

    In den letzten Jahren haben sich die Beziehungen zwischen Kiew und den europäischen Nachbarländern deutlich zugespitzt. Besonderen Ärger hat dabei das 2017 verabschiedete Bildungsgesetz hervorgerufen, das für die nationalen Minderheiten der Ukraine die Lern- und Studienmöglichkeiten in ihren Muttersprachen drastisch einschränkt. Etliche Staaten, darunter Ungarn und Rumänien, haben diese Entscheidung Kiews heftig kritisiert.

    Die ukrainisch-polnischen Beziehungen wurden vorwiegend wegen unterschiedlicher Auffassungen zu historischen Ereignissen getrübt. Warschau hat die Verherrlichung der ukrainischen Nationalisten sowie sich ständig wiederholende barbarische Akte gegen polnische Gedenkstätten auf ukrainischem Territorium kritisiert.

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    Tags:
    Wladimir Putin, Wassili Nebensja, Jewgeni Murajew, Bildungsgesetz, Staatsangehörigkeit, Werchowna Rada, Russland, Polen, Rumänien, Ungarn, Ukraine