Widgets Magazine
04:37 21 Oktober 2019
SNA Radio
    US-Zerstörer USS Bainbridge beim Sueskanal

    Wird Iran-Atomabkommen militärischen Konflikt verursachen?

    © Foto: U.S. Navy / Mass Communication Specialist 3rd Class Darion Chanelle Triplett
    Politik
    Zum Kurzlink
    Von
    15889
    Abonnieren

    US-Außenminister Mike Pompeo wird am Dienstag in Sotschi mit Präsident Putin und Außenminister Lawrow zur Erörterung der Rüstungskontrolle zusammentreffen. Heute (am Montag) kam Pompeo nach Brüssel, um beim EU-Ministertreffen die Situation rund um das iranische Atomabkommen zu besprechen.

    Die Welt diskutiert eine neue Krise, die sich in den kommenden Monaten verschärfen könnte. Das Atomabkommen mit dem Iran steht kurz vor dem Zusammenbruch, nachdem Teheran angekündigt hat, bestimmte Verpflichtungen nicht mehr zu erfüllen. Die Regie wurde jedoch vom US-Präsidenten Donald Trump geführt, nachdem er das Abkommen 2018 einseitig verlassen hat und demonstrativ die Bemühungen der internationalen Gemeinschaft, durch die es 2015 zustande kam, missachtete.

    „Die Vereinigten Staaten verschärfen die Situation um den Iran. Neben wirtschaftlichem und diplomatischem Druck üben sie militärischen Druck aus und konzentrieren neue Militärkräfte in der Golfregion. Selbstverständlich kann der Iran nicht anders, als auf die aggressiven Aktionen Washingtons zu reagieren und sich scharf zu äußern“, sagte Irina Fjodorowa, Expertin des Zentrums für den Nahen und Mittleren Osten, gegenüber Sputnik.

    Die USA hatten eine Trägerkampfgruppe und strategische Bomber zum Iran geschickt. Laut Pentagon könnte man mit dieser Maßnahme besser auf Drohungen aus dem Iran reagieren. Begründet wurde die Aktion damit, dass es Hinweise auf mögliche Angriffe des Irans auf US-Truppen gäbe. Der Iran hat die Vereinigten Staaten aufgefordert, den Nahen Osten zu verlassen.

    Laut dem Experten Wladimir Fitin des Instituts für strategische Studien übt Washington militärischen Druck aus, um den Druck auf den Iran neben den neuen Sanktionen zu erhöhen.

    >>>Andere Sputnik-Artikel: Wieso Pompeo seinen Moskau-Besuch streicht<<<

    „Die Amerikaner erklären ihre militärische Verstärkung mit Berichten aus unbestätigten Quellen, laut denen die Iraner angeblich Raketenwerfer auf ihre kleinen Boote setzen und damit den Frieden in der Golfregion bedrohen. Dies ist eine Fortsetzung der langjährigen Politik der Vereinigten Staaten gegenüber dem Iran: der Zerfall der Wirtschaft durch den Sanktionsmechanismus. Die Sanktionen richten sich nicht nur gegen die Ölindustrie, sondern auch gegen die iranische Metallurgie.“

    Nach der Meinung des Experten ist es für keine der Konfliktparteien erforderlich, die Spannungen in der Region weiter anzukurbeln. Einen großangelegten militärischen Konflikt werde es deshalb nicht geben. Die USA brauchen keine toten Amerikaner. Ein Krieg mit den USA kann dem Iran großen Schaden zufügen und zu einem Machtwechsel im Land führen. Unterdessen stellen die Vereinigten Staaten an Teheran offensichtlich unzumutbare Forderungen für den Abschluss eines neuen Abkommens, merkt Fitin an.

    „Der Iran sollte sein Atomprogramm nicht für eine Weile stoppen, wie es im Vertrag von 2015 der Fall war, sondern für immer. Das Testen von Nuklearraketen sollte vollständig eingestellt werden. Der Iran muss aufhören, Gruppierungen zu helfen, die ihn im Libanon, in Syrien und im Jemen unterstützen, und die die Amerikaner als terroristische Organisationen betrachten. Die USA wollen also die Politik dieses Landes komplett ändern und sind nur unter solchen Bedingungen bereit, sich mit Teheran an den Verhandlungstisch zu setzen.“

    Die Situation eskalierte, nachdem Teheran bekannt gegeben hatte, dass sich der Iran teilweise aus dem Atomabkommen, dem gemeinsamen umfassenden Aktionsplan (Joint Comprehensive Plan of Action, JCPOA) für das iranische Atomprogramm vom Jahr 2015, zurückziehen werde.

    >>>Andere Sputnik-Artikel: Wachsende Kriegsgefahr am Persischen Golf: Grüne drängen Maas zu sofortiger Reise nach Teheran<<<

    Die Europäische Union und Russland sind daran interessiert, das iranische Atomprogramm beizubehalten. Die Verhandlungen mit dem Iran, an denen die fünf ständigen Mitglieder des UN-Sicherheitsrates und Deutschland teilnahmen, begannen 2005. Sie verliefen schwierig und zogen sich über zehn Jahre hin.

    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Facebook kommentierenvia Sputnik kommentieren
    Tags:
    Eskalierung, Golfregion, Militärkräfte, Iranisches Atomabkommen, Atomabkommen, Iran, Mike Pompeo, USA