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22:43 15 Juli 2019
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    Kosovarische Soldaten der Sicherheitskräfte während der Übungen (Archiv)

    Nato-Übungen in Kroatien: „Erwachsene“ Staaten lassen Kosovo „Krieg“ mitspielen

    © AFP 2019 / ARMEND NIMANI
    Politik
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    Vladimir Sudar
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    Die Teilnahme der so genannten Armee des Kosovo an den Nato-Übungen in Kroatien ist laut einem serbischen Militärexperten eine Zurschaustellung der Politik, die die westlichen Länder seit vielen Jahren im Westbalkan gegen Serbien führen.

    Anlässlich des zehnten Jahrestages des Nato-Beitritts Kroatiens finden im Mai und Juni in diesem Land internationale Militärübungen unter Teilnahme von Vertretern der Streitkräfte der selbsternannten Republik Kosovo statt. Der erste Akt der dreistufigen Militärmanöver „Immediate Response 19“ begann am 10. Mai. Darauf folgen die Übungen „Astral Knight 19“ und „Swift Response 19“, die ebenfalls vom Europäischen Kommando der US-Streitkräfte USEUCOM organisiert werden.

    Die erste Phase der Übungen „Immediate Response“ dauert bis zum 6. Juni. Die Manöver finden auf dem Territorium Kroatiens sowie im benachbarten Slowenien und in Ungarn statt. An den Übungen nehmen 1600 Soldaten der erwähnten Länder sowie der USA, Großbritanniens, Frankreichs, Deutschlands, Italiens, Polens, Litauens, Albaniens, Montenegros sowie der befreundeten Länder, Nichtmitglieder der Allianz – Nordmazedonien (das Protokoll zum Nato-Beitritt wurde am 6. Februar unterzeichnet, es muss allerdings noch von Parlamenten der 29 Mitgliedsstaaten und Nordmazedoniens ratifiziert werden), Bosnien-Herzegowinas und des teilweise anerkannten Kosovo teil.

    Die nächste Etappe der Übungen – die Manöver der US-Luftstreitkräfte in Europa (USAFE) soll vom 3. bis zum 6. Juni stattfinden. “Swift Response“ findet an verschiedenen Orten in Kroatien, Rumänien und Bulgarien im Laufe des Junis statt.

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    Nach Angaben des kroatischen Verteidigungsministeriums nehmen an den Übungen insgesamt 750 kroatische Soldaten, 450 Vertreter der Nato-Länder und Partnerländer, 60 Flugzeuge, 30 Hubschrauber und 800 Einheiten Bodentechnik teil.

    Der ehemalige Chef der Militärischen Sicherheitsagentur Serbiens, Momir Stojanovic, äußerte die Ansicht, dass diese Übungen und die Zusammensetzung der Teilnehmer die Zuspitzung der Beziehungen zwischen Ost und West auf dem Balkan offenbart.

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    Weder das Abkommen von Kumanovo noch die Resolution 1244 des UN-Sicherheitsrats, also die von der Weltgemeinschaft anerkannten Dokumente, die den Rechtsstatus und die Vollmachten von Pristina bestimmen, würden eigene Streitkräfte für den Kosovo vorsehen, so der Experte. Doch das hinderte den Westen nicht daran, der Bildung dieser illegitimen Armee und deren Einladung zu den Nato-Übungen zuzustimmen.

    „Ich denke, dass es die Antwort der Nato, vor allem der USA, auf die Militärparade in Nis (am 10. Mai fand in Nis im Süden Serbiens im Beisein des Präsidenten Vucic eine Militärparade unter Teilnahme von Militärtechnik serbischer und russischer Produktion statt) ist, um das Gleichgewicht wiederherzustellen und den kosovarischen Albanern zu verstehen zu geben, dass die Nato Garant ihrer Sicherheit ist, obwohl Kosovo kein Nato-Mitglied ist“, so der Experte.

    Dem Experten zufolge organisiert Kosovo seit langem gemeinsame Manöver mit der albanischen Armee. Die Sicherheitslage Serbiens ist nicht einfach, die Nato-Übungen in Kroatien unter Teilnahme von Vertretern Albaniens und des Kosovo ist eine eindeutig unfreundliche Botschaft an Serbien.

    „Es liegt auf der Hand, dass wir uns zu einer Zuspitzung um diesen gordischen Knoten auf dem Balkan bewegen. Ich bin weit entfernt von Optimismus und sehe nicht, wie das Problem mit diplomatischen bzw. anderen Mitteln gelöst werden kann. Das alles wird de facto andauern, die ganze Demonstration der Stärke gegenüber Serbien. Wie alles enden wird, das ist schwer zu prognostizieren“, so der Experte.

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    Tags:
    Sicherheit, Garant, Beteiligung, USA, Übungen, Kroatien, NATO, Kosovo