Widgets Magazine
18:14 22 Juli 2019
SNA Radio
    Plakate mit dem Wikileaks-Gründer Julian Assange in London (Archiv)

    Assange-Vertrauter Murray begrüßt schwedische Wiederaufnahme der Ermittlungen

    © AP Photo / Frank Augstein
    Politik
    Zum Kurzlink
    Ilona Pfeffer
    3392

    Craig Murray, ehemaliger britischer Botschafter in Usbekistan und enger Vertrauter von Julian Assange, begrüßt Schwedens Entscheidung, den Assange-Fall noch einmal aufzurollen. Es sei besser, als wenn die Vergewaltigungsvorwürfe ungeklärt über Assange hängen blieben. Es gebe jedoch Anlass, an der Unabhängigkeit der schwedischen Justiz zu zweifeln.

    Es gebe keinen Grund, länger zu warten, so Murray. Die schwedische Polizei habe sieben Jahre gehabt, um in Assanges Fall Ermittlungen zu führen, Beweise zu sammeln und Aussagen aufzunehmen. Bis dato sei Julian Assange in Schweden niemals angeklagt gewesen.

    >>>Andere Sputnik-Artikel: Ecuador will Assanges persönliche Dokumente und Gegenstände an USA übergeben<<<

    Sollte Schweden dann auf einer Auslieferung bestehen, so habe sein Ersuchen Vorrang vor dem US-amerikanischen. Grund dafür sei erstens, dass Vergewaltigung der weit schwerere Vorwurf sei. Zweitens hätten die Schweden lange vor den Amerikanern mit ihren Ermittlungen begonnen. Und drittens sei der Europäische Haftbefehl eine wichtige multilaterale Vereinbarung, die wesentlich mehr zähle als das bilaterale Auslieferungsabkommen mit den USA.

    Murray betont, Assange habe seinerzeit politisches Asyl in der ecuadorianischen Botschaft gesucht, weil er eine Auslieferung an die USA fürchtete, und nicht die an Schweden.

    All dies könne aber nicht über die Probleme in der schwedischen Strafverfolgung hinwegtäuschen. Erst habe der schwedische Chefermittler entschieden, der Fall solle geschlossen werden. Dann habe eine andere Ermittlerin, Marianne Ny, den Fall 2013 wieder geöffnet. Schließlich habe sie zugegeben, sämtliche Unterlagen vernichtet zu haben. Murray weist außerdem darauf hin, dass es ein Problem mit dem schwedischen Justizsystem als solchem gebe, weil Anhörungen in Vergewaltigungsverfahren unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattfinden würden. Zwei von den dafür vorgesehenen drei Richtern würden zudem von politischen Parteien ernannt.

    „Wie immer, wenn es um Fälle in Verbindung mit Assange geht, gibt es viele Gründe, an der Unparteilichkeit der Staatsjustiz zu zweifeln. Die Vereinten Nationen haben bereits die unverhältnismäßige Strafe verurteilt, die Assange wegen Verstößen gegen Haftauflagen auferlegt wurde, ebenso wie die Tatsache, dass er in einem Hochsicherheitsgefängnis festgehalten wird. Von den Massenmedien unbemerkt hat die ecuadorianische Regierung außerdem, vollkommen illegal, alles Eigentum von Julian Assange an die USA übergeben“, so Murray.

    Es sei klar, dass es ein langer und schwieriger Kampf sein werde, Julian Assange vor dauerhafter Inhaftierung zu bewahren. Aber es sei ein notwendiger Schritt in diesem Kampf, dass die schwedischen Vorwürfe nicht einfach im Raum stehen gelassen würden.

    >>>Andere Sputnik-Artikel: Erster sozialer Besuch: Pamela Anderson kommt zu Assange in Londoner Gefängnis<<<

    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Facebook kommentierenvia Sputnik kommentieren
    Tags:
    Asyl, Auslieferung, Haftbefehl, Vergewaltigung, Unabhängigkeit, Justiz, Großbritannien, Wiederaufnahme, Ermittlung, Schweden, Julian Assange, Craig Murray