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20:15 15 Juli 2019
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    Sicherheitskräfte des Kosovo

    Kosovos Streitkräfte: Von Nato nicht erkannt – und doch ausgebildet

    © AP Photo / Visar Kryeziu
    Politik
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    Der Militärexperte und Ex-Mitarbeiter des jugoslawischen Abschirmdienstes Oberst a.D. Ljuban Karan hat in einem Interview mit Sputnik aufgeklärt, warum die Streitkräfte der teilweise anerkannten Republik Kosovo an den laufenden Nato-Übungen Kroatien teilnehmen, obwohl sie von dem Bündnis nicht offiziell als Armee anerkannt werden.

    Die Ereignisse um die sogenannte Armee des Kosovo würden deutlich davon zeugen, dass es Pläne zu einer militärischen Regelung der Situation im Kosovo gebe und dass der Dialog absichtlich in eine Sackgasse geführt worden sei, sagte der Experte.

    „Deshalb unterstützen sie (die USA – Anm. d. Red.) die Bildung und die Bewaffnung einer Armee des Kosovo. Das zeugt offensichtlich davon, dass die US-Amerikaner Zukunftspläne mit dieser Armee haben und wünschen, dass die Streitkräfte des Kosovo zu einer tatsächlichen Macht werden, die zukünftig das Territorium des Kosovo kontrollieren könnte“, sagte er.

    Am 14. Dezember hatte das Parlament des Kosovo beschlossen, auf der Grundlage der sogenannten Sicherheitskräfte eine echte Armee zu schaffen.

    Diese Pläne würden offensichtlich den Interessen von Serbien widersprechen und eine Grundlage für einen Konflikt um Kosovo und Metochien sein, betonte er.

    Mit der Einladung der sogenannten Streitkräfte des Kosovo zu den Übungen würden die USA demonstrieren, dass die den Kosovo als einen unabhängigen Staat einstufen würden, der über eine Armee verfügen und an allen „freundlichen Aktionen“ der Allianz teilnehmen dürfe, so Karan weiter.

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    Dies sei aber nicht der einzige Grund für die Teilnahme der Streitkräfte des Kosovo an den Nato-Militärmanövern: Die „Armee“ des Kosovo habe bislang keine schweren Waffen. So würden die Streitkräfte des Kosovo bei den Nato-Übungen die Handhabung der Militärtechnik erlernen können, die sie zukünftig erhalten sollten. Und da werde die Ausbildung der Soldaten des Kosovo keine zusätzliche Zeit in Anspruch nehmen müssen, sagt Karan: „Sobald sie die Waffen bekommen, werden sie bereit sein, diese einzusetzen“.

     „Ihre Armee übt, ihr Personal wird vervollkommnet, ihr Kommando und ihre Stäbe werden ausgebildet, aber wir denken, sie würden noch in den Anfängen stecken“, zeigte sich Karan beunruhigt. „Und das ist nicht ganz korrekt“.

    Anlässlich des zehnten Jahrestages des Nato-Beitritts Kroatiens finden im Mai und Juni in diesem Land internationale Militärübungen unter Teilnahme von Vertretern der Streitkräfte der selbsternannten Republik Kosovo statt. Der erste Akt der dreistufigen Militärmanöver „Immediate Response 19“ begann am 10. Mai. Darauf folgen die Übungen „Astral Knight 19“ und „Swift Response 19“, die ebenfalls vom Europäischen Kommando der US-Streitkräfte USEUCOM organisiert werden.

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    An den Übungen nehmen 1600 Soldaten der erwähnten Länder sowie der USA, Großbritanniens, Frankreichs, Deutschlands, Italiens, Polens, Litauens, Albaniens, Montenegros sowie der befreundeten Länder, Nichtmitglieder der Allianz – Nordmazedonien, Bosnien-Herzegowinas und des teilweise anerkannten Kosovo teil.

     

     

     

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