05:59 17 Februar 2020
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    In den Streit zwischen dem Berliner Restaurant „Bocca di Bacco“ und der AfD kommt wieder Musik. Die Satirepartei „Die Partei“ hat sich eingeklinkt. Bühne des Schauspiels: eine Berliner Straßenlaterne.

    Diese Laterne steht direkt vor dem Restaurant „Bocca die Bacco“ in der Friedrichstraße. Ihre einzige Besonderheit ist vielleicht, dass sie zwei Leuchter hat. Jetzt, kurz vor den Europawahlen, teilt sie das Schicksal der meisten der über 200.000 Berliner Straßenlaternen: Parteien befestigen Wahlwerbung an ihr.

    Bis Mittwochnachmittag hing an der Laterne lediglich ein Plakat – das der AfD. Es zeigt den EU-Spitzenkandidaten der Partei, Jörg Meuthen. Dieser blickt mit entschlossenem Blick nach vorne, in diesem Fall genau auf das Restaurant „Bocca die Bacco“.

    Das hat möglicherweise einen Grund: Der Wirt des italienischen Restaurants hatte Meuthen und anderen AfD-Politikern in einer freundlichen, aber bestimmten Email eine Reservierung verwehrt, weil sein Lokal für Weltoffenheit, Toleranz und Akzeptanz stehe und die Partei diese Werte aus seiner Sicht nicht teile. Die AfD hatte sich in den sozialen Medien darüber echauffiert. Was folgte, waren Sympathiebekundungen für und ein Shitstorm gegen das Lokal. Und seit etwa einer Woche hängt das Meuthen-Plakat vor der Tür des Restaurants.

    „Die Partei“ mischt mit

    Zurück zu unserer Laterne: Die hat jetzt mehr Gewicht zu tragen, denn über Nacht ist zweite Wahlwerbung dazugekommen. Die Satirepartei „Die Partei“ hat sich direkt unter dem Meuthen-Plakat platziert. Auf der einen Seite lesen Passanten den Slogan „Europa wieder positiv besetzen“. Auf der anderen wirbt die Partei mit den Worten „Du hast eine schöne Stimme. Gib sie uns!“.

    Wahlplakate der Parteien AfD und „Die Partei” vor dem Restaurant „Bocca di Bacco“ in Berlin
    © Sputnik /
    Wahlplakate der Parteien AfD und „Die Partei” vor dem Restaurant „Bocca di Bacco“ in Berlin

    Auch die Plakatierung an dieser Stelle hat eine Vorgeschichte: Am Montag hatte die Satirepartei ihre sogenannten „AfD-Blocker“ vorgestellt. Mit deren Hilfe Artikel oder Anzeigen der Alternative für Deutschland in Zeitungen überdeckt werden können. Wahlwerbung einer anderen Partei im öffentlichen Raum zu überdecken, ist aber rechtlich verboten. Darum versucht die Partei mit ihren Plakaten, von denen der AfD – an anderen Orten aber auch anderer Parteien – abzulenken. Ob das funktioniert?

    Es wird zwar enger an der Laterne vor dem „Bocca di Bacco“, aber noch ist etwas Platz für Wahlwerbung da. Mal sehen, wie die Geschichte weitergeht.

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    Tags:
    Jörg Meuthen, Berlin, die PARTEI, Restaurant, Wahlplakat, AfD