04:20 18 Februar 2020
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    Erstmals als seit dem Amtsantritt von Jair Bolsonaro im Januar ist es in Brasilien zu landesweiten Protesten gegen seine Regierung gekommen. An den Demonstrationen, die sich gegen die Bildungspolitik richteten, nahmen Zehntausende Menschen teil.

    In der Hauptstadt Brasilia gingen laut Polizeiangaben rund 15.000 Menschen auf die Straße, in der Stadt Belém waren es sogar 20.000, schreibt die „Neue Zürcher Zeitung“. An staatlichen Universitäten und Schulen fiel am Mittwoch (Ortszeit) der Unterricht aus, damit Studierende und Schüler an den Massenprotesten gegen geplante Kürzungen teilnehmen konnten. 

    Proteste gab es auch in São Paulo, Rio de Janeiro und Belo Horizonte. In Salvador, einer Hochburg der Linken im Nordosten Brasilien, beteiligten sich nach Angaben der Veranstalter 70.000 Menschen an den Protesten. In Porto Alegre im Süden des Landes setzte die Polizei Tränengas gegen Demonstranten ein.

    Dem Blatt zufolge waren es die ersten landesweiten Proteste gegen Bolsonaros Regierung seit dem Amtsantritt des rechtsradikalen Präsidenten im Januar. Seine Regierung hatte zuvor angekündigt, die Ausgaben für die staatlichen Universitäten um 30 Prozent zu kürzen.

    Bolsonaro nannte die Demonstranten „nützliche Idioten“, die von einer Expertenminderheit an den staatlichen Universitäten manipuliert würden. Der Präsident verteidigte bei einem Besuch im amerikanischen Bundestaat Texas, wo er eine Auszeichnung der brasilianisch-amerikanischen Handelskammer erhalten sollte, zudem seine Bildungspolitik. Brasilien sei von seinen Vorgängern „wirtschaftlich zerstört“ worden, sagte er.

    Die Ausgabenkürzungen im Bildungsbereich seien daher notwendig, aber „geringer als vorhergesagt“.

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    Tags:
    Jair Bolsonaro, Protest, Brasilien