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07:07 18 Juli 2019
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    US-B-1B-Bomber (Archiv)

    Bombardierung Jugoslawiens: Der Balkan erwartet dieselben US-Bomber

    © Foto: U.S. Air Force/Senior Airman Jacob Skovo
    Politik
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    Senka Milos
    1510204

    In Mazedonien beginnt Ende Mai eine große Nato-Übung. Sputnik erfuhr, dass auch US-Bomber daran beteiligt sind, die während des Nato-Einsatzes gegen Jugoslawien eingesetzt wurden. Serbische Militärexperten erklären, warum die Serben sich diese Demonstration der militärischen Dominanz Washingtons auf dem Balkan nicht gefallen lassen.

    Am 20. Mai beginnt auf dem mazedonischen Übungsgelände „Krivolak“ ein Nato-Manöver, das zur größten militärischen Übung in der Geschichte dieses Landes wird. Es wird nahezu zwei Monate (bis zum 15. Juli) dauern, und daran werden 2000 mazedonische und 2000 US-Soldaten, 100 Vertreter der Streitkräfte Montenegros und insgesamt 75 Militärs aus Bulgarien, Albanien und Litauen teilnehmen. Es wird zudem erwartet, dass dabei etwa 450 Militärfahrzeuge zum Einsatz kommen.

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    Das Protokoll über den Beitritt Nordmazedoniens zur Nordatlantischen Allianz wurde am 6. Februar beim Nato-Gipfel in Brüssel unterzeichnet, aber die ehemalige Teilrepublik Jugoslawiens ist kein Mitglied des Bündnisses, solange das Protokoll nicht von allen 29 Nato-Ländern und vom Parlament Nordmazedoniens ratifiziert worden ist.

    Der serbische Militärexperte Aleksandar Radic meint, dass man in Skopje die Idee einer Nato-Übung auf dem Territorium des Landes mit großem Enthusiasmus aufgenommen hätte – weil man dabei eigene Motive und eine eigene Strategie habe:

    „Den Mazedoniern passt das gut ins Konzept, denn sie brauchen aus innenpolitischen Gründen größere Aktivitäten, um ihren Nato-Beitritt und ihre immer intensivere Kooperation mit den USA zu untermauern.“

    Radic, der vor kurzem das nordmazedonische Verteidigungsministerium besuchte, hat Sputnik mitgeteilt, dass an dem bevorstehenden Manöver unter anderem B-1B-Bomber teilnehmen werden, die die Nato im Jahr 1999 gegen Jugoslawien sowie später in Afghanistan und im Irak eingesetzt hatte. Normalerweise kommen solche Flugzeuge bei Übungen in Europa kaum zum Einsatz, und für den Balkan sei diese Entscheidung überhaupt beispiellos, behauptete Radic.

    „Dass dort diese zwei Flugzeuge auftauchen, ist ein offensichtliches politisches Signal der US-Dominanz auf diesem Territorium. Die Bomber werden höchstwahrscheinlich von einem Stützpunkt in Großbritannien nach Mazedonien kommen, wo sie zuvor aus den USA eintreffen werden. Sie werden im mazedonischen Luftraum auftauchen, Bomben auf den Übungsplatz abwerfen und wegfliegen. Allerdings wird das voraussichtlich eine große Resonanz in unserer Öffentlichkeit auslösen“, vermutete Radic.

    Der Leiter des Eurasischen Sicherheitsforums, Mitar Kovac, sagte gegenüber Sputnik, dass für Serbien ein solches Nato-Manöver ganz in der Nähe seiner Grenzen ein Grund zur Sorge sei. Als Skopje der Teilnahme der B-1B-Bomber, die vor 20 Jahren Bomben auf das damalige Jugoslawien abwarfen, an dem Manöver zustimmte, habe es eine unerhörte Loyalität gegenüber der Nato demonstriert, betonte er.

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    Kovac verwies darauf, dass auch Belgrad intensiv mit dem Europäischen Kommando der US-Streitkräfte zusammenwirke, das die bevorstehende Übung organisiert, und deshalb schloss er nicht aus, dass die Amerikaner Serbien bitten werden, seinen Luftraum für die Flugzeuge zu öffnen.

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    Tags:
    Teilnahme, Bomber, B-1B Lancer, Übungen, NATO, Mazedonien, Serbien, Jugoslawien