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    Gasfeld in der Ukraine (Archiv)

    Russlands Energieministerium erstaunt über Vorschläge zu künftigem Gastransit via Ukraine

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    Politik
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    Russland ist nach wie vor an der weiteren Nutzung des ukrainischen Gastransportsystems nach 2019 interessiert. „Aber die jüngsten Vorschläge der Partner hinsichtlich Volumen und Zeitraum des künftigen Transits von russischem Gas durch die Ukraine machen stutzig“, sagte Russlands Vize-Energieminister Anatoli Janowski am Donnerstag in Berlin.

    In der Konferenz „Perspektiven der Energiekooperation Russland-EU. Gas-Aspekt“ erinnerte der Minister daran, dass der gültige russisch-ukrainische Transitvertrag Ende dieses Jahres ausläuft. „Neue Vereinbarungen zum Transit gibt es bislang nicht.“

    Janowski kritisierte Vorschläge der Partner zum Gastransit, konkrete Gasmengen und Durchleitungstermine festzuschreiben. „Ein solches Format läuft der Ideologie des Dritten EU-Energiepakets selbst zuwider. Denn dieses Dokument fordert, Gastransportkapazitäten anhand der Resultate entsprechender Auktionen zu verteilen, an denen sich alle interessierten Unternehmen beteiligen können.“

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    Bislang habe auf dem Territorium der Ukraine keine einzige Auktion dieser Art stattgefunden. Und es sei völlig unklar, ob sie in nächster Zeit überhaupt angesetzt würden, fuhr Janowski fort.

    „Selbstverständlich sind wir an der weiteren Nutzung des ukrainischen Gastransportnetzes interessiert, aber ausschließlich zu uns passenden ökonomischen Konditionen in strikter Übereinstimmung mit entsprechenden völkerrechtlichen Normen“, betonte der Minister.

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    Im April hatte der geschäftsführende Direktor des ukrainischen Energieversorgers Naftogaz, Juri Witrenko, mitgeteilt, dass bei dreiseitigen Verhandlungen dem russischen Gaskonzern Gazprom vorgeschlagen wird, jährlich bis zu 60 Milliarden Kubikmeter Gas im Laufe von zehn Jahren durch die Ukraine durchzuleiten.

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    Tags:
    Kritik, Position, Vorschläge, Gastransit, Ukraine, Russland