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    Soldaten während der Übungen „Northern Edge 2019“

    Kriegsgeheul bei Kälte: US-Truppen üben im Nordpazifik

    © Foto: U.S. Marine Corps/Staff Sgt. Gabriela Garcia
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    Über 70 Jahre ist es her, dass amerikanische Soldaten in den nördlichen Breiten kämpften. Nach 1945 entsandte das Pentagon seine Truppen zum Kämpfen immer nur in tropische und subtropische Regionen. Höchste Zeit also, die Streitkräfte in arktischer Umgebung üben zu lassen. Die Zeitung „Nesawissimaja gaseta“ berichtet.

    Amerikanische Luft-, See- und Bodentruppen trainieren auf und vor Alaska, im gleichnamigen Golf. „Northern Edge 2019“ heißt das größte Verbundmanöver der US-Truppen seit zehn Jahren – das heißt: Es trainieren mehrere Truppengattungen gemeinsam. Rund 10.000 Mann, 250 Flugzeuge und fünf schwere Kampfschiffe sind im Übungseinsatz.

    Seit Montag beteiligen sich die Luftwaffe, Armee und Marine der Vereinigten Staaten an „Northern Edge 2019“. Zu der Übung wurde der Flugzeugträger „Theodore Roosevelt“ mit Begleitschiffen der 9. Trägerkampfgruppe entsandt. Allein der Träger hat über 90 Flugzeuge und Hubschrauber an Bord – zusätzlich fahren vier Lenkwaffenzerstörer im Trägerverband mit, die mit Tomahawk- und Harpoon-Raketen bewaffnet sind.

    Eine Cyber-Komponente ist bei dem Manöver auch vorgesehen: In speziellen Cyber-Zentren auf US-Gebiet finden computergestützte Gefechtsübungen statt. Geführt wird das komplette Manöver vom United States Indo-Pacific Command. Bis zum 24. Mai wird das diesjährige „Northern Edge“ noch andauern.

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    Die Zeitung schreibt dazu: „Bei der Übung können spezielle Einsatzlagen trainiert werden, ohne dass sie offiziell benannt werden. Es geht dabei um gemeinsames Vorgehen gegen einen bestimmten Gegner – namentlich: gegen Russland.“ Auf diese Weise könnten die US-Truppen Kampfeinsätze auf der Halbinsel Kamtschatka oder auf den Kurilen simulieren, so die „Nesawissimaja gaseta“.

    Im Fokus der Amerikaner stehen laut der Zeitung sicherlich russische Raketentruppen, Flug- und Raketenabwehrstellungen und Militärflugplätze in der Nordpazifikregion – beispielsweise die Stützpunkte auf Kamtschatka, Sachalin und den Kurilen. Von diesen Flugplätzen aus können Flugzeuge starten, die mit der Hyperschallwaffe Kinschal bewaffnet sind.

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    Geübt werde auch die Verfolgung russischer Atom-U-Boote, mutmaßt die Zeitung. Von besonderem Interesse dürften für die US-Streitkräfte die russischen U-Boot-Häfen sein – allen voran die Stützpunkte für die U-Wasser-Drohne Poseidon.

    Das Waffensystem Poseidon ist atomar angetrieben und atomar bestückbar. Die technischen Daten der Unterwasserdrohne sind weitgehend geheim. Laut inoffiziellen Angaben kann sie unter Wasser auf bis zu 200 km/h beschleunigen.

    Präsident Wladimir Putin hatte die Unterwasserdrohne im März 2018 der Öffentlichkeit vorgestellt. Nach seinen Angaben hat die Poseidon eine interkontinentale Reichweite, ist schneller als die derzeit schnellsten Schiffe und Torpedos und dabei leise und höchst manövrierfähig. Dadurch werden Abwehrmaßnahmen gegen die Drohne unwirksam. Die potenziellen Ziele der Poseidon sind Flugzeugträgerverbände, Marinestützpunkte und küstennahe Infrastruktur.

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    Drohne, Abwehr, Cyberwaffen, „Northern Edge 2019“ - Übungen, Übungen, Armee, USA