SNA Radio
    „Die Partei“-Pressekonferenz

    Martin Sonneborns Griff zur Macht: „Ich habe interessante Ideen für diesen Kontinent.“

    © Sputnik / Bolle Selke
    Politik
    Zum Kurzlink
    Bolle Selke
    222341

    Laut dem Wahlforschungsinstitut Infratest dimap liegt Martin Sonneborns „Partei“ bei der Sonntagsfrage zur EU-Wahl bei drei Prozent. Damit würde neben Martin Sonneborn und Nico Semsrott auch Lisa Bombe nach Brüssel gehen. Der Parteivorsitzende Sonneborn würde sich freuen, wenn er mit einer etwas größeren Gruppe im Parlament sitzen würde.

    Kurz vor Ende der EU-Wahlkampftour der Partei „die Partei“ trifft sich Sputnik mit dem Bundesvorsitzenden in der Parteizentrale in Berlin-Kreuzberg. In Berlin könnte „die Partei“ von Martin Sonneborn sogar auf vier Prozent kommen. Der Europaabgeordnete kommentiert die Umfrage mit den Worten:

    „Das ist ein demütigendes Ergebnis für uns, weil wir neun Prozent hinter der SPD liegen. Aber wir arbeiten von beiden Seiten daran, dass wir uns da noch vor der Wahl treffen. Ich würde es mir wünschen.“

    Im Wahlkampf habe man relativ große Begeisterung, auch für die Europäische Union, feststellen können. 15 Tage waren die Spitzenkandidaten Martin Sonneborn und Nico Semsrott in der Bundesrepublik unterwegs, teilweise in zwei bis drei Städten am Tag. Überall waren Leute, die kamen und über die EU diskutieren wollten. Im Gegensatz zu anderen Parteien würden Sonneborn und Co. Interesse für ihre Form der Politikvermittlung verspüren. Der ehemalige Chefredakteur des Satiremagazins „Titanic“ erzählt:

    „Unser Wahlkampfauftakt in der Berliner Volksbühne hat gezeigt, dass Leute sich auch begeistern können, wenn man ihnen das befiehlt und sie mit Luftballons und Schildern ‚Für Europa Reichts‘, ‚Besser als Nix‘ et cetera ausstattet, und das kann man sich im Internet schön anschauen.“

    Zur Politikvermittlung der Partei gehört auch, einen Spot für Wahlwerbung beim ZDF an die Sea Watch abzugeben – einen Verein, der im Mittelmeer in Seenot geratene Flüchtlinge rettet.

    „Wir glauben, dass Sea Watch wichtige Themen vertreten, die im Wahlkampf überhaupt nicht thematisiert und die vollkommen ausgeblendet werden“, erklärt Sonneborn. „Wenn ich sehe, dass Katharina Barley durchs Land fährt und lächelt. Während wir Wahlkampf machen, sterben Leute im Mittelmeer – jeden Tag –, und wir wollten diesem Thema Aufmerksamkeit schenken.“

    Das ZDF stellte sich erst einmal quer und blockierte den Spot, weil sie ihn nicht als Wahlwerbung angesehen hatten. „Wir hatten kein Parteilogo eingefügt, weil wir nicht direkt Wahlwerbung bei diesem Thema machen wollten. Auf Druck des ZDF haben wir einfach den Parteinamen dahinter gehängt. Dann ist es auch ausgestrahlt worden.“

    In Berlin stellte die Partei ihren AfD-Blocker vor.

    „Ich glaube, dass die AfD zu viel Öffentlichkeit hat, für die geringe Bedeutung, die sie politisch eigentlich hat – in der politischen Arbeit tatsächlich“, begründet Sonneborn das Projekt. „Mir scheint es da mehr um Krawall zu gehen. Eigentlich machen die genau dasselbe wie wir, und wir sehen uns da als Konkurrenten und möchten natürlich nicht, dass die so viel Aufmerksamkeit bekommen.“

    • „Die Partei“-Pressekonferenz
      „Die Partei“-Pressekonferenz
      © Sputnik / Bolle Selke
    • „Die Partei“-Pressekonferenz
      „Die Partei“-Pressekonferenz
      © Sputnik / Bolle Selke
    1 / 2
    © Sputnik / Bolle Selke
    „Die Partei“-Pressekonferenz

    Auf der anderen Seite sieht Martin Sonneborn seine Partei „ein bisschen als die Stimme des gesunden Menschenverstandes in einem sehr wirtschafts- und finanzdienstleistungsorientierten EU-Parlament“.

    Deswegen würde es ihn auch freuen, wenn sie tatsächlich mit drei Abgeordneten ins Europäische Parlament einziehen könnten. Er schließt:

    „Ich habe interessante Ideen für diesen Kontinent. Wir könnten ihn friedlicher, sozialer und umweltfreundlicher gestalten. Ich muss nur an die Macht kommen.“

    Das komplette Interview mit Martin Sonneborn zum Nachhören:

    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Facebook kommentierenvia Sputnik kommentieren
    Tags:
    Berlin, AfD-Blocker, Brüssel, Wahl, Europa, EU, die PARTEI, Martin Sonneborn