11:53 20 Oktober 2020
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    Der Vorsitzende der Staatsduma (russisches Unterhaus), Wjatscheslaw Wolodin, hat die Möglichkeit der Rückgabe der Krim an die Ukraine zurückgewiesen. Damit kommentierte er eine Erklärung des neugewählten ukrainischen Präsidenten Wladimir Selenski zu seinem Wunsch, die Schwarzmeerhalbinsel „zurückzugewinnen“.

    Zuvor hatte Selenski die Zuversicht geäußert, dass die Ukraine die Krim zurückholen werde. Auf seiner Facebook-Seite schrieb er in Bezug auf den Gedenktag für die Opfer des Genozids am krimtatarischen Volk: „Wie lang der Rückweg der Krim auch sein mag, wir werden ihn zusammen mit den Krimtataren bewältigen, wir werden das gemeinsam tun.“

    Der Duma-Chef wies die Möglichkeit eines Beitritts der Krim zur Ukraine entschieden zurück. „Wladimir Selenski muss begreifen: Wenn man seine neue Amtstätigkeit mit derartigen Erklärungen beginnt, kann man seine Amtszeit genauso unrühmlich beenden, wie (Petro) Poroschenko“, wird Wolodin auf der offiziellen Facebook-Seite der Staatsduma zitiert.

    Wolodin äußerte ferner die Vermutung, dass die Erklärung Selenskis möglicherweise „mit seiner beginnenden Demenz zusammenhängt“.

    „Es ist klar, dass er eine Riesenbelastung und eine große Verantwortung übernommen hat. Aber man muss die Geschichte und die Geografie seines Landes kennen. Im Jahr 2014 hat das multinationale Volk der Krim durch eine direkte Willensäußerung eine Entscheidung getroffen, sich von den Besatzern befreit und sich mit Russland wiedervereinigt, in dessen Staatenbestand die Krim sich jahrhundertelang befunden hatte“, so der Duma-Chef.

    Er verwies darauf, dass auf der Krim nach ihrem Beitritt zur Russischen Föderation drei Staatssprachen: Russisch, Ukrainisch und Krimtatarisch anerkannt wurden. „Die Halbinsel-Bewohner waren um dieses Recht gebracht worden, als die Krim entsprechend einem unrechtmäßigen Parteibeschluss der Ukraine übertragen worden war“, so der Parlamentarier.

    Die Wiedervereinigung der Krim mit Russland erfolgte nach einem Referendum im März 2014. Bei dem Volksentscheid hatten 96,77 Prozent der Bürger der Republik Krim und 95,6 Prozent der Einwohner von Sewastopol für den Beitritt zur Russischen Föderation gestimmt.

    Die Ukraine betrachtet die Krim weiterhin als „zeitweilig okkupiertes Territorium“. Den Worten des russischen Präsidenten Wladimir Putin zufolge „ist die Frage der Krim endgültig abgeschlossen“.

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    Tags:
    Petro Poroschenko, Wladimir Selenski, Facebook, Krim, Russland, Ukraine