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18:41 20 August 2019
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    Brücke über die Straße von Kertsch

    Straße von Kertsch: Russland wirft „Financial Times“ Manipulationen vor

    © Sputnik / Alexey Malgavko
    Politik
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    Russlands Botschaft in Großbritannien hat der Zeitung „The Financial Times“ ein „äußerst niedriges Journalistik-Niveau“ und Manipulationen mit ungeprüften Angaben vorgeworfen. Grund für die Empörung gab ein Beitrag über den negativen Einfluss der neugebauten Krim-Brücke auf die Schifffahrt in der Region.

    „Financial Times“ hatte berichtet, dass die Konstruktion der Brücke die Durchfahrt nur für kleinere Schiffe mit einer maximalen Höhe von 35 Metern ermögliche und die Wartezeit wegen einer angeblichen Zunahme der Inspektionen durch die russische Küstenwache von fünf Stunden auf fünf Tage gestiegen sei. Demnach sei der Güterumschlag in den ukrainischen Häfen Mariupol und Berdjansk jeweils um fast 70 Prozent bzw. 50 Prozent gesunken, was Verluste für die ukrainische Wirtschaft von knapp 400 Millionen US-Dollar verursacht haben soll.

    Krim-Brücke über die Kertsch-Straße
    © Sputnik / Informationszentrum "Krim-Brücke"

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    Laut russischen Diplomaten ignorieren die Textautoren die offizielle Statistik der Schifffahrt in der Region und manipulieren mit einzelnen Anschuldigungen und nicht geprüften Angaben. So haben laut der russischen Botschaft seit April des Vorjahres bis zum April dieses Jahres mehr als 25.500 Schiffe die Straße von Kertsch durchfahren. Inspiziert worden seien davon nur acht Prozent der Schiffe. Knapp die Hälfte aller Schiffe sei auf dem Wege in die russischen und nicht in die ukrainischen Häfen gewesen. Jede Inspektion habe nicht länger als eine Stunde gedauert. Was die maximal erlaubte Schiffshöhe betreffe, so lasse die Tiefe der Meeresstraße von 9,5 Metern die Durchfahrt von höheren Schiffen einfach nicht zu.

    „Die Straße von Kertsch war und bleibt offen für die Schifffahrt, darunter für ukrainische Militärschiffe, falls sie den seit der Sowjetzeit festgelegten Benachrichtigungsvorgängen folgen“, so die russische Botschaft.

    Die Diplomaten äußerten außerdem ihr Bedauern darüber, dass solch eine Zeitung wie „FT“ als „Propaganda-Instrument von denjenigen genutzt wird, die Vorwände für unvernünftige militärische Angeberei rund um die Krim suchen“.

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    Russlands Präsident Wladimir Putin hatte die Autobahnstrecke der Brücke am 15. Mai 2018 eingeweiht. Am 1. Oktober desselben Jahres wurde die Strecke auch für den LKW-Verkehr freigegeben. Der erste Eisenbahnzug soll im Dezember 2019 über die Brücke fahren.

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    Tags:
    Schifffahrt, Manipulationen, Großbritannien, Russland, Ukraine, Straße von Kertsch, Krim-Brücke