05:38 25 Juni 2019
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    Bau der Nord Stream 2 - Pipeline

    Österreichische Abgeordnete lehnt EU-Sanktionen gegen Russland ab und plädiert für Nord Stream 2

    © Foto : Nord Stream 2 / Axel Schmidt
    Politik
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    Die Abgeordnete des österreichischen Nationalrates Angelia Winzig hat in einem Interview für die Online-Zeitung „Kurier“ die Anti-Russland-Sanktionen heftig kritisiert und die Bedeutung von Nord Stream 2 eingeschätzt.

    „Der Spagat von Sanktionen und Gegensanktionen tut uns weh“, so die Politikerin. Ferner verlautbarte Winzig:

    „Mit Wirtschaftssanktionen werden aber die Falschen bestraft. Ich bin gegen Sanktionen, weil sie nicht wirklich etwas bringen.“

    Sie betonte unter anderem, dass Moskau wegen Sanktionen die Zusammenarbeit mit China verbessert habe, das viele europäische Waren auf dem russischen Markt mit seinen Produkten ersetzt habe.

    Anti-Russland-Sanktionen

    Die Beziehungen zwischen Russland und dem Westen hatten sich wegen der Situation in der Ukraine verschlechtert, wo sich Anfang 2014 ein Staatsstreich ereignet hatte, sowie aufgrund der Wiedervereinigung Russlands mit der Krim nach einem entsprechenden Referendum auf der Halbinsel, die bis dahin Teil der Ukraine gewesen war.

    Der Westen warf Moskau daraufhin die Einmischung in innenpolitische Angelegenheiten der Ukraine vor und verhängte Sanktionen. Moskau ergriff Gegenmaßnahmen und betonte, es sei kontraproduktiv, mit ihm die Sprache von Sanktionen zu sprechen. Zudem verwies Russland immer wieder darauf, dass es weder zu den Seiten des innenpolitischen Konflikts in der Ukraine gehöre noch ein Subjekt der Minsker Vereinbarungen zur Konfliktregelung im Donbass sei. Für Moskau sei die Krim-Frage für immer und ewig vom Tisch.

    Nord Stream 2

    Winzig kommentierte auch die Situation um Nord Stream 2 und äußerte sein Unverständnis zur Position des Spitzenkandidaten der Europäischen Volkspartei, Manfred Weber, der sich gegen den Bau der Erdgasleitung North Stream 2 äußert:

    „Die österreichische Position ist, dass wir Nord Stream II brauchen werden, weil wir keine Alternative haben und die Energieversorgung wichtig ist“.

    Sie fügte hinzu: „Ich weiß nicht, warum Weber das so abrupt beenden will.“

    Nord Stream 2 ist das Projekt einer Gaspipeline, die aus Russland über den Meeresgrund der Ostsee direkt nach Deutschland führt. Bis Ende 2019 ist die Inbetriebnahme der Pipeline geplant, deren Kapazität 55 Milliarden Kubikmeter Gas pro Jahr erreichen soll.

    >>>Mehr zum Thema: Schritt für Schritt nach Westen: Verlegung von Nord Stream 2 im Sputnik-VIDEO<<<

    Das Projekt wird von der Nord Stream 2 AG umgesetzt. Der russische Gasgigant Gazprom verfügt über 51 Prozent der Aktienanteile. Die führenden deutschen Energieunternehmen Wintershall Holding GmbH und PEGI/E.ON sind mit jeweils 15,5 Prozent beteiligt, die niederländische N.V. Nederlandse Gasunie und der französische Energieversorger Engie verfügen über jeweils neun Prozent.

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    Tags:
    Nord Stream 2, Sanktionen, EU, Russland, Österreich